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Freitag, 30. Juni 2017

Auftanken - Futter für die Seele

Bevor ich ausführlich auf die beiden Tage eingehe, die ich auf dem Armutskongress 2017 verbracht habe, gibt es heute einen kleinen Exkurs zu den Dingen, die mir die Kraft geben, solche Tage durchzustehen.

Kongresse, gleich welcher Art, sind nicht nur informativ und lehrreich, sondern sie sind gleichzeitig auch extrem anstrengend und hinterlassen bei mir am Ende immer ein Gefühl der Erschöpfung.

Sich einmischen, mitmischen, das kostet mich stets viel Energie, die mir bekanntlich nicht im Übermaß zur Verfügung steht. Schon gar nicht in Zeiten, in denen mir jeder Schritt, jede Handlung schwerfällt und so etwas wie eine "Energiereserve" längst aufgebraucht ist.


Auftanken


Glücklicherweise gibt es immer wieder Ereignisse, die diese Reserve auffüllen.

Jeder Mensch verfügt über individuelle Energieauffüller. Bei mir gehören die seltenen Familientreffen unbedingt dazu. Bei unseren Treffen geht es meist laut und lebhaft zu. Es wird viel gelacht, diskutiert und wild durcheinandergeredet.

Mein ältester Sohn lebt und arbeitet in einer anderen Stadt und so bilden seine Besuche in der Heimat oft den Anlass für unsere Zusammenkünfte.

Als Treffpunkt dient in den meisten Fällen meine Wohnung, so geschehen am letzten Samstag. Das war aber keineswegs der Höhepunkt des Tages, der ereignete sich später.

Nachdem wir einige Zeit bei mir verbracht hatten, hat sich ein Teil der Familie zu Fuß auf den Weg zu "unserem" Inder gemacht und dort ausgezeichnet gegessen. Als es dann Zeit für den Höhepunkt des Abends wurde, verabschiedete sich meine Tochter, und mein Ältester und ich machten uns auf den Weg zum Gendarmenmarkt.


Seelenbalsam


Unser Ziel war der Französische Dom, genauer gesagt, die Friedrichstadtkirche. Dort genossen wir dann ein wunderbares Chopinkonzert.

Kanzel in der Friedrichstadtkirche
Die Friedrichstadtkirche verfügt über einen wunderschönen Innenraum, in der die Kanzel besonders herausragt. Leider war die Luft dort sehr stickig. Die fehlende Möglichkeit, seine Garderobe abzugeben, fällt im Sommer kaum ins Gewicht, die nicht vorhandenen Toiletten dagegen schon. Ein Catering gab es dort auch nicht, sodass man in der Pause leider nichts zu trinken bekommen hat.

Aber wir waren ja des Klavierkonzertes wegen da, da nimmt man einige Unannehmlichkeiten eben in Kauf.

Der Bechsteinflügel der Pianistin Nestan Bagration-Davitashvili
Die Musik Chopins findet ohne Umwege direkt den Weg in meine Seele und ich genieße solche Abende sehr. Und so saß ich, meistens mit geschlossenen Augen, im Saal und lauschte der hervorragenden Pianistin. (OK, teilweise hatte ich die Augen zu, weil mich das permanente Rumfummeln, der Frau eine Reihe vor mir, in Gesicht und Nacken, total irritiert hat. Ich wollte die Musik genießen und nicht davon abgelenkt werden.)

Immer, wenn ich Chopin höre, habe ich den Eindruck, dass Chopin das in Noten festgehalten hat, was ich fühle. Tiefer hat mich Musik noch nie berührt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Einssein, von totaler Übereinstimmung. Ich kann es schlicht nicht in Worte fassen, weil es ein überwältigendes Gefühl ist, das sich jeder Beschreibung entzieht. Seelenbalsam in seiner reinsten Form.

An dieser Stelle ein dickes Danke an meinen Sohn, der mir dieses wunderbare Erlebnis zum Geschenk gemacht hat!

Der Ausklang des Abends gestaltete sich dagegen eher profan. Ein letzter Latte macchiato in lieber Gesellschaft bei McDonalds und dann im Bus ab nach Hause.

Familie, leckeres Essen und danach fantastische Musik. Besser kann ein Tag kaum sein!

Möge es noch viele solcher Tage geben.


Ariana






© Foto & Text by Ariana Lazar 30/6/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Freitag, 13. Januar 2017

Ein Tagesmenü à la Ariana

Planung


Die Planung eines Ausflugs bzw. längeren Spaziergangs hat durchaus Ähnlichkeiten mit der Planung eines Menüs.
Bei beiden gilt es, einiges zu bedenken.

Was will ich kochen? / Welches Ziel wähle ich?
Welche Zutaten benötigt das Menü? / Was packe ich in Handtasche bzw. Rucksack?
Welche Vorspeise biete ich an? / Wie bzw. womit erreiche ich mein Ziel?
Welche Zutaten kredenze ich beim Hauptgericht? / Wie oder wo(mit) verbringe ich die meiste Zeit?
Biete ich einen Zwischengang an? / Gibt es etwas in der Nähe, was einen Abstecher lohnt?
Gibt es ein Dessert? / Geht es danach gleich zurück nach Hause oder kehre ich noch irgendwo ein?

Am Vorabend des Tagesmenüs / Ausflugs darf man sich das in etwa so vorstellen:

Tagesmenü à la Ariana

Das Äquivalent für einen Ausflug könnte so gestaltet sein:

 

Tagesauflug à la Ariana
 Soweit also der Plan.


Die Relität klopft an


Mit anderen Worten, das Leben erscheint, bringt Chaos mit und die beiden nehmen sich das Tagesmenü vor. Sie ändern und streichen durch, verbessern noch einmal, entschließen, dass es so nicht klappt, bringen handschriftliche Bemerkungen an und beginnen dann mit dem Streichen und Ändern von vorne. Dabei wird gelacht und geschrieen, geschubst und geknufft. Leben streicht und Chaos schreibt um. Leben gefällt nicht, was Chaos fabriziert, streicht seinerseits und kichert sich ins Fäustchen. Woraufhin  Chaos mit Stolz geschwellter Brust befriedigt ob seiner Arbeit vor sich hinbrummt, während er das, inzwischen ziemlich unleserliche Menü, mit Kennermiene für gelungen erklärt.

Übrig bleibt die Essenz. Ein kläglicher Rest, der sich so liest:

Vorspeise - Irgendwo im Kühlschrank muss noch ein kleiner Rest von dem Ricotta liegen
Hauptgericht - Spiegeleier mit den Gemüseresten von gestern klingt ideal
Dessert - Falls mich meine Erinnerung nicht täuscht, sind noch Mandarinen übrig

Wohlgemerkt, dass alles findet nur und ausschließlich in meinem Kopf statt, meistens in Form sich überschlagender Gedanken!


Übersetzt und angerichtet


Anstatt also früh aufzustehen und voller Elan in den Tag zu starten, wurde ich viel zu spät wach. Was dem schlechten Schlaf in der Nacht und dem fehlenden Weckerklingeln zuzuschreiben war. Den Wecker hatte ich schlicht vergessen zu stellen.

Da die Einleitung mehr als ausreichend Worte enthält und ich den Spruch "Das Auge isst mit!" für äußerst zutreffend halte, serviere ich nunmehr mein mit Bildern garniertes Tagesmenü.



Vorspeise


Aus der langen Busfahrt wurde ein Spaziergang "ums Eck".

"Papa, da hat jemand was auf das Auto geschrieben!" "Ja, ich sehe es." "Warum schreibt denn jemand 'Hallo' auf ein Auto?" "Weiß ich auch nicht."
Hallo im Schnee einer Windschutzscheibe
Schade, dass dem Papa keine bessere Antwort einfiel, denn ich dachte: "Weil da jemand einfach jedem, der vorbeigeht gerne 'Hallo' sagen wollte. Vielleicht hat es ihm oder ihr einfach Freude bereitet der Welt ein freundliches 'Hallo' zu wünschen."

Was das Kind wohl den Papa gefragt hätte, wenn es den Smilie auf der nächsten Windschutzscheibe entdeckt hätte?
Mit einem Smilie wurde diese Windschutzscheibe verschönert
Diesem Wunsch schließe ich mich an.
Ein schöner Wunsch

Hauptgericht


Ein paar Grünflächen in der Stadt reichen aus, um frische Luft, Bewegung und einige Bilder zu bekommen.

Gegen den grauen verhangenen Himmel bietet der Ilexstrauch dem Auge mit seinen leuchtend roten Beeren willkommene Abwechslung.
Ilexs mit  vielen roten Beeren
Durch die weiß glitzernde Schneehaube leuchten die Beeren noch intensiver.
Ilex mit Schneehäubchen
Trotz klirrender Kälte trieb die hier seltene Schneedecke viele Erwachsene und Kinder ins Freie. Menschen tauchen auf meinen Bildern eher selten auf.
Spaziergänger im Park
Winterliche Aussicht
Gut eingepackt gegen die Kälte
In unseren Breitengraden nur sporadisch nutzbare Schlitten wurden vom Staub vergangener Jahre befreit und dienten Kindern als vergnügliches Fortbewegungsmittel. Mir begegneten viele Eltern, die sich selbst freiwillig als Zugtiere betätigten und sich vor den sprichwörtlichen Schlitten hatten spannen lassen. 
Das Kind liegt gemütlich auf dem Schlitten, während die Mutter zieht
Diese Kontraste bietet nur der Winter.
Baumstamm mit Schnee
Gezuckerte Baumrinde mit Moos
Der Baum war riesig. Der Baum war breit. Absolut unwillig sich ganz einfangen zu lassen. Das Gebüsch mit dem Zaun hinter mir erwies sich leider ebenfalls als wenig hilfreich, den Baum komplett mit der Kamera einzufangen.
Baum mit ausladenden Zweigen
Erst aus der Nähe erkennt man die Ursache der starken Farbunterschiede des Nadelbaums. Abgestorbene Äste.
Nadelbaum in grün-braun
Abgestorbene Äste mit vertrockneten Nadeln

Eingeschobenes Amuse-Gueule


Ein Appetithappen der ungeplanten Art bildete mein spontaner Abstecher in die Ausstellung einer kleinen Galerie auf meinem Weg. Die überwiegende Zahl der wenigen Ausstellungsstücke entsprach nicht meinem Geschmack, aber das ein oder andere fand ich trotzdem interessant.

Erstaunlich fand ich die an der Wand angebrachte "Drawing Machine II" von einem gewissen Belasco Rogers. Mithilfe der seltsam anmutenden Apparatur, die sich der Künstler an den Körper bindet, setzt er seine Bewegungen in Zeichnungen um.
"Drawing Machine II" von Belasco Rogers
Im Gegensatz zu dem Zeichenapparat und der Idee an sich, fand ich die entstandenen Zeichnungen nicht überzeugend.
Bleistiftzeichnungen von Belasco Rogers
Wirklich gelungen dagegen fand ich die Fotografien von Richard Rocholl. Leider gab es nur diese.
Bilder von Alleen - Richard Rocholl


Auf dem Weg zur Nachspeise


Bis zum Dessert dauerte es noch ein wenig und so verkürzte ich mir den Weg dorthin mit ein paar Aufnahmen.
Lachender Smilie und ein Herz aus Schnee auf Autofenstern
Alte Laternen verströmen ein warmes Licht, das sich im Schnee verbreitet.
Dörfliche Ansicht einer Großstadt im Winter
Warmes Laternenlicht beleuchtet den Weg
 Ein Haus mit vielen bunten Kerzen in den Fenstern.
Ein kleines Haus mit erleuchteten Fenstern
Kerzen aus Transparentpapier zieren die Fenster

Dessert


Das Café, in dem ich meinen Latte macchiato bestellte, lag zwar nicht im Park, dafür jedoch ziemlich nah an meiner Wohnung. Bisher hatte ich dort nur im Sommer einmal draußen gesessen, daher war mir der Innenraum absolut unbekannt.

Es ist klein und schnuckelig. 
Lichterketten an Wand und Fenster schmücken den Innenraum des Cafés
Liebevoll eingerichtet mit überraschenden Details.
Der Kronleuchter mit blauen Einmachgläsern und Glastropfen hängt an der Decke.
Das Beste war, dass ich den Platz direkt neben dem Kamin ergattern konnte. OK, der Kamin war nicht ganz echt, aber die Flammen flackerten dafür umso echter. Ob echt oder nicht ist in diesem Fall jedoch absolut irrelevant, denn gemütlich neben einem Feuer zu sitzen hat immer etwas sehr Entspannendes und Heimeliges.
Lodernde Flammen im künstlichen Kamin erwärmen das Herz
Ein flackerndes Kaminfeuer, ein heißer Latte macchiato und auf dem Schoß das Strickzeug mit der weichen Wolle. Mein erster Adventskalenderschal, die "Lace Winter Rose" von unikatissima, wurde im Café ein kleines Stück länger.
Mein Strickzeug und ein Latte macchiato bilden das perfekte Dessert
Mein lauschiger Sitzplatz neben dem Kamin
Einen besseren Abschluss konnte dieser herrliche Wintertag nicht haben.

Und so lautet mein Fazit für diesen Tag, dass selbst einfachste Menüs sich zu einem kulinarischen Hochgenuss entwickeln können, wenn wir bereit sind uns darauf einzulassen und es zu genießen.

Genießt die positiven Dinge, die Euch begegnen. Seien sie nun geplant oder nicht.

Ariana

P. S. Wenn das Menü gefallen hat, darf gerne etwas Sahne dazugegeben werden, wenn nicht, einfach weitergehen und ein eigenes Menü planen! 😀



© Fotos & Text by Ariana Lazar 13/01/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Donnerstag, 12. Januar 2017

Abendliches Schneetreiben in der Stadt

Das erste Mal im neuen Jahr alte Bekannte treffen und danach, nach langer Pause, wieder einmal an einem trialogischen Seminar teilnehmen. Das klingt gar nicht so übel.

Vor allem, wenn man, wie ich, in der letzten Zeit nur dann die Wohnung verlassen hat, wenn der Kühlschrank mit gähnender Leere anzeigt, dass man Gefahr läuft, eines langsamen Hungertodes zu sterben.

Zu beiden Aktivitäten drängt es mich jedoch nicht besonders. Seit Tagen fühle ich mich eher lustlos und mein Bedürfnis nach einem Treffen mit vielen, wenn auch teilweise bekannten, Menschen tendiert derzeit gegen null.

Während ich mit mir noch darüber diskutiere, ob es nicht für meine seelische Verfassung förderlicher wäre, Menschen zu treffen, anstatt zu Hause zu sitzen und mein zweites Ich darauf entgegnet, dass es durchaus ausreicht, den Kühlschrank wieder notdürftig aufzufüllen, da man dabei sowieso meistens mehr Menschen trifft, als einem lieb ist, schweift mein Blick in Richtung Fenster.

Damit ist jede weitere Diskussion obsolet! Beide angedachten Versionen bekommen eine Absage und Option Nummer drei hat mit vollen zehn Punkten innerhalb von Millisekunden gewonnen. Das heutige Tagesziel ist ausgewählt.

Es geht raus! Egal wohin, Hauptsache es gibt Schnee und ich kann lange und ganz in Ruhe das Schneetreiben genießen! Und darin rumlaufen. Und vielleicht ein paar Fotos machen. Wichtig ist nur der Schnee!

Schnee! Schnee! Schnee!


Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat, ich liebe Schnee! Wenn es etwas gibt, dass es fertigbringt, mich aus tiefster Unlust zu wecken, dann ein Blick auf dicke, massenweise vom Himmel fallende weiße Flocken!

Es hat tatsächlich, für meine Verhältnisse, nicht einmal besonders lange gedauert, bis ich mich, dick vermummt, mit der Kamera im Gepäck zur nächsten Bushaltestelle begeben habe. Ein bestimmtes Ziel gibt es diesmal nicht und so steige ich irgendwann aus, laufe eine Weile eher ziellos durch die Straßen und entscheide mich dann für einen verschneiten Weg am Kanalufer entlang.

Fahrräder im verschneiten Hof
Verschneite Straßen
Läuft man während eines Schneetreibens am Kanal entlang, können stimmungsvolle Bilder entstehen.

 Beleuchtetes Restaurantschiff bei Schnee

Teilweise konnte ich vor lauter Schneetreiben kaum etwas erkennen, trotzdem habe ich jeden Moment genossen. Es sind nicht viele Bilder geworden, aber die wenigen spiegeln etwas von der herrschenden Stimmung wieder.

Im Kanal spiegeln sich die Lichter der Stadt

 Unvermutet bin ich noch auf einen großen beleuchteten Weihnachtsbaum gestoßen. 

Weihnachtsbaum mit Schnee und warmen Lichtern
Winterliche Brücke mit alten Laternen

Im Licht der verzierten Laterne erkennt man den fallenden Schnee

Drei Stunden lang bin ich durch den knirschenden Schnee gestapft. Am Ende habe ich noch glücklich einen Platz im Bus erwischt, der mich nach Hause transportiert hat.

P.S. Auf meiner Festplatte wartet ein, ursprünglich für heute geplanter, halb fertiger Blogartikel weiter auf Veröffentlichung. Der wird schon nicht schlecht werden. Hoffe ich.

Ariana



© Fotos & Text by Ariana Lazar 12/01/2017

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Dienstag, 29. März 2016

Ostermontag - Intermezzo auf der Mauer

Erstens kommt es anders und zweitens als geplant


Schwarze Katze auf der Friedhofsmauer
Der Bericht bzw. die Berichte über die Creativa erscheinen noch, versprochen. Aber der heutige Ostermontag hat mir ein paar Bilder beschert, die man nicht jeden Tag am Nachmittag machen kann und daher kommt es heute zu einem kleinen Intermezzo.

Ein Spaziergang über den Friedhof


Mein Frankfurter war heute mit mir unterwegs. Das ist an sich schon ein seltenes Ereignis, ihn dann einmal für ein paar Stunden ganz für mich alleine zu haben, hat extremen Seltenheitswert.

Der Himmel war heute zwar grau, statt blau, dafür war die Luft lau. Die 16°-Außentemperatur wollten genutzt werden und ein Spaziergang geradezu Pflicht, vor allem, weil für Morgen wieder Regenwetter angesagt ist.

Ursprüngliches Ziel bildete ein größerer öffentlicher Park. Wie so manch andere jedermann zugängliche Parkanlage hat auch diese nicht nur Vorteile und so entschlossen wir uns, auf meinen spontanen Vorschlag hin, dem Friedhof, der ein paar Gehminuten eher zu erreichen war, den Vorzug zu geben.

Eine gute Entscheidung, denn dort war es sehr ruhig und wir konnten ungestört unseres Weges gehen.

Ich mag Friedhöfe. Nicht nur, weil es dort besonders ruhig ist, sondern weil sie den perfekten Gegensatz zu der allgemein herrschenden Hektik einer Großstadt darstellen. Dort kann man durchatmen, den Amseln lauschen, seinen Gedanken nachhängen und erahnen, dass jedes Grab eine eigene Geschichte zu erzählen hat.

Friedliche Begegnung auf einer Mauer


Als wir in einem besonders abgelegenen Teil des Friedhofs angekommen waren, fiel uns zuerst die schwarze Katze auf, die wie ein Wächter auf einem erhöhten Teil der Mauer thronte, die den Friedhof von den dahinter liegenden Wohnhäusern trennt.

Schwarze Katze auf der Friedhofsmauer
Ein Grund für mich, die Kamera auszupacken und Fotos zu machen. Und dann sah ich Sie, von der ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass es eine "Sie" ist! Die Füchsin schlenderte in aller Ruhe auf der Mauer entlang, suchte sich einen guten Aussichtspunkt und beobachtete von da aus die Katze.

Füchsin am anderen Mauerende
Die Füchsin beobachtet die Katze am anderen Ende der Mauer

Die beiden sind sich bestimmt nicht zum ersten Mal begegnet, denn die Katze, die wahrscheinlich ein Kater war, blieb ganz gelassen sitzen und auch die Füchsin schien die Ruhe selbst zu sein.

Die beiden Tiere trennten höchsten zehn Meter Mauerweg. Sowohl ich, als auch mein Frankfurter Begleiter, zückten fasziniert Kamera bzw. Smartphone und machten ein paar Fotos.

Misstrauisch und vorsichtig abwartend
Das volle Gesäuge der Füchsin ist auf der Vergrößerung gut zu erkennen.

Wir waren den beiden Vierbeinern lediglich ein paar fast gelangweilt scheinende Blicke wert, und erst als ich versuchte, näher an die Mauer zu kommen, um bessere Fotos machen zu können, verschwand die Füchsin geräuschlos im Gebüsch.

Füchsin kurz vor dem Verschwinden
Blick der Katze / des Katers zu mir
Erst schien es so, als wolle der Kater sich ebenfalls einfach davonmachen, dann jedoch ließ er sich von mir locken und bereitwillig streicheln. Danach trennten sich unsere Wege wieder.

Auf dem Weg zu Streicheleinheiten
Nach dem Spaziergang legten wir Zweibeiner noch einen Halt in einem netten Café ein und genossen den Rest unseres Zusammenseins.

Einen Spaziergang über den Friedhof in Erwägung zu ziehen, kann sich durchaus lohnen.


Einen entspannten Tag wünscht

Ariana




© Foto & Text by Ariana Lazar 29/03/2016

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Donnerstag, 28. Januar 2016

Vom Reisen, Rasten und der wundersamen Begegnung mit einem Einhorn

So könnte glatt der Titel eines Märchens lauten, dabei musste ich lediglich ein Rezept in einem anderen Bezirk abholen und habe das schöne Wetter und die Gelegenheit für einen Parkbesuch genutzt.

Bin ich mit der Kamera unterwegs bin, fallen alle Ängste und Sorgen von mir ab. Ich kann mich, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die schönen Dinge fokussieren, was sich günstig auf meine Stimmung auswirkt und mein inneres Gleichgewicht wieder herstellt.

Wenn das Licht am späten Nachmittag alles mit einem feinen Goldschimmer überzieht, der Himmel blau erstrahlt, der Wind nicht beißt und die Kontraste deutlich hervortreten, dann genieße ich jeden einzelnen Augenblick.

Einige dieser schönen Augenblicke versuche ich mit der Kamera einzufangen und manchmal scheint mir, gelingt es sogar.


Reisen und Rasten


Mit langen Schatten, weißen Wolken und jungen Eichen, die ihr braunes Laubkleid noch tragen, beginne ich die heutige Reise.



Die groben Holzbänke laden in gerader Linie zur ersten Rast. Dafür war es jedoch nicht warm genug, und so schlenderte ich weiter.


Niemand reist mehr auf diesen Schienen mit dem Zug durch das Land. Die Strecke ist schon lange stillgelegt und die Gleise führen ins Nirgendwo.

Schienen ins Nirgendwo
Die zarten weißen Birkenstämme bilden in dieser Jahreszeit einen wundervollen Kontrast zum Blau des Himmels und nur jetzt kann man die feinen Verästelungen der Bäume sehen und bewundern. Ein Blick nach oben lohnt sich immer und bietet dem Auge Abwechslung und Ruhe zugleich.

Winterbirken
Im langsam schwindenden Licht erhaschte ich einen flüchtigen Blick auf die vergoldet scheinenden Flügel der alten Windmühle, von der man nur den oberen Teil vom Park aus zu sehen bekommt. Eine Augenblicksreise in die Vergangenheit.

Alte Windmühle
Die Hochbahntrasse der U-Bahn, die mitten durch den Park führt, bietet zwar dem Auge einen Rastpunkt, jedoch befördert die dort häufig verkehrende U-Bahn viele Reisende täglich von A nach B.

Hochbahntrasse im Abendlicht
Wo im Sommer das Leben tobt, Erwachsene und Kinder rasten und sich mit Getränken und einem Imbiss versorgen können, herrscht jetzt die Ruhe und Melancholie des Winters vor.


Geradezu magisch angezogen hat mich dieses Graffiti. Die Botschaft, die es vermittelt, spricht mir aus der Seele und kann, meiner Meinung nach, nicht oft genug wiederholt werden.



Ein silbernes Einhorn und ein goldener Himmel


Magisch ist auch das Stichwort für die nächste Aufnahme, denn beinahe hätte ich das silbern glänzende Einhorn gar nicht gesehen. Es steht auf einem an den Park grenzenden Firmengelände und zwischen mir, meiner Kamera und dem Einhorn befand sich ein störender Metallzaun.
Wundersam war die Begegnung deshalb, weil ich erst zu Hause am Monitor richtig gesehen habe, dass ich kein steigendes Pferd, sondern ein Einhorn mit der Kamera eingefangen hatte!
Dies ist ein Ausschnitt des ursprünglichen Fotos, auf dem man das Einhorn nicht so gut erkennen kann.

Ein silbernes Einhorn
Mit einem goldenen Himmel über der Stadt, deren Silhouette wie ein Scherenschnitt wirkt, beende ich meine kleine Reise. Das Foto habe ich nicht bearbeitet, der Himmel war schlicht perfekt!

Goldener Himmel über der Stadt
Es wäre schön, wenn ich dem Einen oder der Anderen ein paar Minuten Sorgen und Ängste habe vergessen lassen und vielleicht ein wenig Freude schenken konnte.


LIebe Güße

Ariana


© Fotos & Text by Ariana Lazar 28/01/2016

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