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Samstag, 22. Juli 2017

Olle Kamellen und mehr

Mosaik Gesicht und Maske

Manchmal ist Facebook gar nicht so übel. Heute hat es mich immerhin daran erinnert, dass ich auf den Tag genau vor zwei Jahren das Gedicht "Ein Stückchen Antrieb" im Blog veröffentlicht habe.

Wie sich die Zeiten gleichen, selbst wenn sie sich ändern. So ein Stückchen Antrieb könnte ich derzeit wieder gut gebrauchen, aber auf ein Päckchen mit passendem Inhalt werde ich wohl nicht hoffen können. Wenn mich schon DHL mit den normalen Paketen nicht beliefert, weil ich angeblich hier nicht wohne, ist es doch kein Wunder, dass der Antrieb mich nicht finden kann! Der arbeitet bei DHL!

Äußerst passend zur derzeitigen Stimmung liegen noch ein paar Gedichte auf dem PC, die sich wunderbar eignen, meinen aktuellen Gemütszustand zu dokumentieren. Immerhin, sie sind schon fertig. Ich müsste mich also nicht erneut bemühen, was ohne, ihr wisst schon was, schlicht in die Kategorie "extrem schwer bis nahezu unmöglich" gehört.

Als hätte ich es geplant, spielt das Wetter im Moment ausgezeichnet mit. Geradezu regiegerecht. Der Gewittersturm mit Blitz, Donner und wasserfallartigem Regen bietet die notwendige Dramatik plus eindrucksvoller Musikuntermalung für mein "Trauerspiel im Loch". Hitchcock hätte mein Innenleben kaum beeindruckender in Szene setzen können. Fehlen nur noch die langsamen Kamerafahrten. Gut, langsam kann ich!

Wie bereits erwähnt, ein paar Gedichte hätte ich noch, aber irgendwie ist mir heute eher doch nach etwas mehr Heiterkeit. Schwankend zwischen einem Gedicht und einer Kurzgeschichte, habe ich mich für ein Gedicht entschieden.

Es hat ein paar Jahre auf dem Buckel und entstand zu einer Zeit, als ich noch ein eigenes Forum hatte. Die Charaktere haben, mehr oder weniger, reale Menschen zum Vorbild. Und ja, die Psychiatrie kommt da nicht unbedingt gut weg.

Psychiatrieerfahrung kann man so oder so verarbeiten. Mir gefällt diese Art ganz gut.

P.  S. Die Figur des Psychiaters ist frei erfunden. Man findet jedoch, ohne sich mit der Suche groß anstrengen zu müssen, durchaus ähnliche Persönlichkeiten im therapeutischen Bereich. Etwaige Ähnlichkeiten sind daher durchaus beabsichtigt.

Neugierig?

Hier entlang geht es zu ---> Dr. Crumbfett

Ein paar heitere Minuten wünscht


Ariana

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© Foto & Text by Ariana Lazar 22/07/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Katze

Facebook-Fund des Tages


Auf den Tag genau drei Jahre ist es inzwischen her, dass ich bei Facebook eines meiner Gedichte veröffentlicht habe. Die dort bedichtete Katze gehört nunmehr nur noch zu meinen Erinnerungen. Sie hat mein Leben sehr bereichert, mich oft getröstet und noch öfter zum Lachen gebracht. Solange ich lebe, lebt auch sie. In meiner Seele, meinen Erinnerungen und zum Teil auch in meinen Gedichten. Sie fehlt mir. Jeden Tag, aber an manchen Tagen ganz besonders. Sie wird immer geliebt bleiben.

(Das Gedicht ist nicht besonders gut, aber dafür selten! *kicher*)

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Eines der letzten Bilder meiner Katze 💟

Die Katze

von

Ariana Lazar


Die Katze ist ein seltsam Tier.
Stets um die Beine schleicht es mir.
Liegt gern im Weg, macht nicht gern Platz
und doch ist sie ein großer Schatz.

Frisst nicht allein, gibt keine Ruh,
bespringt mich wie ein Känguruh,
und ob ich will oder auch nicht,
das kümmert meine Katze nicht.

Mag Käse und ist doch keine Maus,
knurrt auch die Klingel gerne aus,
quakt öfter mal wie eine Ente
und macht mich reif für meine Rente.

Steh ich dann mal vom Sofa auf,
liegt auch die Katz schon ruckzuck drauf!
Komm ich dann wieder, bitte sehr,
räumt sie den Platz nicht wieder leer.

Im Gegenteil sie sieht mich dann
lieber mal höchst gelangweilt an:
So nach dem Motto, bleib schön steh’n!
Was musst du auch zur Toilette geh’n?

Hättest ja bleiben können hier,
wo du jetzt sitzt, ist nicht mein Bier!
Dies ist ein schöner warmer Platz
und der gehört jetzt mir mein Schatz.

Gern werden auch Kartons zerfetzt,
sich mitten auf den Tisch gesetzt,
sogar der PVC dran glaubt,
die Katze den Verstand mir raubt!

Komm ich nach längrer Zeit nach Haus,
spielt sie beleidigt, ei der Daus.
Ich brauch auch wirklich keinen Mann,
da meine Katze schnarchen kann.

So macht die Katze dumme Sachen,
das bringt mich öfter mal zum Lachen.
Ich liebe dieses Katzentier,
drum bleibt es auch für immer hier.


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Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!




© Foto & Text by Ariana Lazar 29/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Dienstag, 6. Juni 2017

Flashback - Blitzartige Erinnerungen



Heute


Es wird ernst. Ein komisches Gefühl in der Magengegend, leichte Beklemmung in der Brust. Leise Zweifel, ob dieses Schrittes in eine neue Richtung.

Das ist normal, sage ich mir. Veränderungen sind nie leicht, kosten immer Überwindung. Es ist halt nie abzusehen, was sich daraus ergibt.

Wohin der neue Weg führt? Abwarten. Es wird schon gut werden.

Ich rede mir selbst gut zu, blicke zurück auf den langen Weg, den ich schon gegangen bin, und mache mir selbst Mut. Es ist notwendig. Noch einmal tief durchatmen. Dann Augen auf und durch!

Vorgestern


Dies ist keine übliche Geschichte. Nichts auf meinem Blog ist auch nur annähernd damit vergleichbar. Kein netter Spaziergang, keine schönen Bilder. Es zeigt die andere Seite in meinem Leben. Die Dunkle, Schmerzvolle. Nur ein paar Stunden die es in sich hatten. Eine Nacht, nach der nichts mehr so war wie zuvor. Ereignisse die mein Leben auf den Kopf stellten und es mehr veränderten als alles davor oder danach.

Was ist ein Flashback?


Laut Wikipedia ist ein Flashback "(englisch, blitz(artig) zurück, sinngemäß übersetzt etwa Wiedererleben oder Nachhallerinnerung) ein psychologisches Phänomen, welches durch einen Schlüsselreiz hervorgerufen wird. Die betroffene Person hat dann ein plötzliches, für gewöhnlich kraftvolles Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände. Diese Erinnerungen können von jeder vorstellbaren Gefühlsart sein.

Der Begriff wird vor allem dann benutzt, wenn die Erinnerung unwillkürlich auftaucht und/oder wenn sie so stark ist, dass die Person die Erfahrung wieder durchlebt, unfähig, sie völlig als Erinnerung zu erkennen."


Eine sehr gute, überaus verständliche und ausführliche Erklärung für das Wort "Trigger" habe ich auf dem Blog TraumaReport gefunden, das diesmal ebenfalls eine Rolle spielen wird.

Achtung Trigger!


Dies wird meine erste Geschichte, der ich diese Warnung voranstelle. Diese Geschichte ist keine Fiktion, sondern ein kurzes, aber grelles Blitzlicht aus meiner eigenen Vergangenheit.

Besonders sensible Menschen, Menschen mit Gewalterfahrungen und/oder Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen und eventuell damit verbundenen Psychiatrieaufenthalten sollten gut abwägen, ob sie die folgende Kurzgeschichte lesen wollen, da sie mehrere Trigger enthält. Keine leicht verdauliche Kost.

Eine dringende Bitte lege ich jedem Leser ans Herz: wenn es zu viel wird, lege eine Pause ein oder hör auf! Selbstfürsorge ist oberstes Gebot und gilt hier ganz besonders. Achte gut auf das eigene Bauchgefühl, das ist in der Regel der sicherste Indikator und zeigt mit untrüglicher Sicherheit an, wann es genug ist.

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Flashback

Eine Kurzgeschichte 
von 
Ariana Lazar

Man hat mich im Krankenwagen hierher gebracht. Hierher, in diesen großen weißen kalten Raum. Mitten in der Nacht. Ich soll auf den Arzt warten, hat man mir gesagt. Nicht einmal anziehen durfte ich mich. Sitze hier im Schlafanzug im kalten Licht einer Schreibtischlampe. Was soll ich hier? Um diese Zeit sollte ich zu Hause sein, bei den Kindern.

Endlich kommt der Arzt. Seine Stimme hallt in dem großen Raum. Er stellt mir eine Menge seltsamer Fragen, die ich alle ehrlich beantworte. Er glaubt mir nicht, das kann ich sehen.

Als er den Raum verlässt, sagt er noch, dass mich jemand abholen wird und ich warten soll.

Ich warte. Lange. Die Zeit dehnt sich aus bis in die Endlosigkeit, aber es kommt niemand. Ich habe die Kinder nachts noch nie alleine zu Hause gelassen. ER ist zwar da, aber das ist keine gute Lösung. Ich warte weiter. Man hat mich vergessen. Wahrscheinlich war alles ein blöder Irrtum und man hat nur vergessen mir mitzuteilen, dass ich nach Hause gehen kann.

Langsam stehe ich auf, verlasse den Raum. Meine Orientierung funktioniert noch, den Weg durch die langen spärlich beleuchteten Klinikflure hinaus ins Freie, ich finde ihn mühelos. Ich habe keine Eile, freue mich in ein paar Minuten wieder da zu sein, wo ich hingehöre.

Plötzlich Schritte und Stimmen hinter mir. Zwei Männer rufen, dass ich stehen bleiben soll. Angst steigt in mir auf, ich laufe schneller. Niemand sonst in meiner Nähe. Sie fangen an zu rennen, ich auch. Nur weg hier! Sie sind schneller als ich in meinen Pantoffeln, die mich am Laufen hindern. Sie erwischen mich. Schreien mich an. Reißen mich an meinen Armen herum und zwingen mich mit roher Gewalt zur Umkehr.

Niemand hört meine Schreie und kommt mir zu Hilfe. Es ist Nacht, niemand mehr unterwegs. Nur diese Männer, die mich zurückzerren, so sehr ich mich auch wehre. Sie sind so viel stärker als ich. Ich habe keine Chance. Als ich das erkenne, höre ich auf zu schreien, aber ich wehre mich weiter so gut ich kann. Es hilft nichts. Sie reden auf mich ein, aber ich verstehe sie nicht, spüre nur ihre Hände, die sich schmerzhaft in meine Arme krallen und bestehe nur noch aus Angst und Panik. Warum hilft mir denn niemand? Was geschieht hier mit mir?

Zurück in der Klinik schnallen sie mich auf einen Rollstuhl fest. Ich will hier weg! Was haben die mit mir vor? Atemlos, panisch, wehrlos wie ich bin, höre ich dennoch nicht auf entkommen zu wollen. Man schiebt mich in einen Aufzug und dann geht es abwärts. Als die Fahrstuhltüre sich wieder öffnet, erkenne ich einen gefliesten Keller. Todesangst. Da ist kein Platz mehr für ein anderes Gefühl. Nur pure Todesangst.

Der Mann, inzwischen ist es nur noch einer, schiebt mich durch nicht enden wollende geflieste Tunnelgänge. Kaltes Neonlicht verstärkt die tödliche Kälte ausstrahlenden alten Fliesen. Ein wahr gewordener Albtraum. Ein Szenario wie aus einem Horrorfilm. Meine Kehle ist wie zugeschnürt, ich bekomme kaum noch Luft. Die Angst hält mich erbarmungslos in ihren scharfen Krallen.

Irgendwie bekomme ich die Füße aus den Schnallen, in denen sie festsitzen, stemme diese mit aller noch vorhandenen Kraft gegen den Boden, um die Fahrt zu beenden. Hoffnungslos. Vergebens. Der Mann kippt den Rollstuhl nach hinten und schiebt einfach weiter. Meine Welt ist aus den Fugen geraten und ich bin sicher, dass am Ende des Tunnels mein eigenes Leben zu Ende gehen wird. Unmöglich kann ich diese Nacht überleben.

Als ich schon alle Hoffung auf ein Ende dieser Tunnelfahrt aufgegeben habe, geht es mit einem weiteren Aufzug aufwärts. Fremde Menschen blicken mich teilnahmslos an, als ich den langen Flur entlang geschoben werde. Mir wird gleich klar, hier habe ich nichts zu erwarten. Kein Mitgefühl. Keine Hilfe. Nicht einmal Interesse. Gleichgültigkeit. Abgestumpftheit. Desinteresse.

Als wir in einem helleren Raum ankommen, in dem sich mehrere Menschen befinden, atmete ich kurzfristig auf. Aber nicht lange.

Man schiebt mich in ein Zimmer, bugsiert mich auf ein Bett. Dann kommt jemand mit einer Spritze, die er mir geben will. Meine Panik steigt ins Unermessliche. Jetzt ist es also soweit. So soll es also passieren. Mit einer Spritze. Vergiften wollen sie mich also und erwarten, dass ich es einfach so mit mir geschehen lasse. Augenblicklich ist sie wieder da, die Todesangst. Sie werden mir eine tödliche Spritze geben und niemand wird jemals erfahren, was mir wiederfahren ist. Wer tot ist, redet nicht.

Nein! Nein, ich will diese Spritze nicht! Ihr wollt mich umbringen! Ich schreie aus Leibeskräften und wehre mich mit allem, was ich noch zur Verfügung habe. Zu viert stürzen sie sich auf mich. Ich rufe laut und verzweifelt nach meiner Mutter, die schon lange nicht mehr lebt. Ich werde zum Kind. Schreie. Krümme mich. Biete alles auf, was ich noch mobilisieren kann und kämpfe wie eine Ertrinkende um mein Leben.

Sie gewinnen. Schnallen mich fest. Selbst mit den Lederriemen an den Handgelenken, den Fußgelenken, über Brust und dem Bauch setze ich mich noch zur Wehr. Ich will nicht sterben!

Irgendwann gelingt es ihnen mir die Spritze zu verabreichen, da resigniere ich. Vergewaltigt, erniedrigt, niedergerungen, wehrlos warte ich auf den Tod. Selbst jetzt will ich mich dem Tod nicht ergeben, weigere mich trotzig zu sterben. Einmal, wenigstens noch ein einziges, letztes Mal will ich den Himmel sehen. Ein letztes Mal den Tag begrüßen.

Und so liege ich auf dem Bett, weigere mich zu sterben oder zu schlafen und starre ununterbrochen auf das vergitterte Fenster, das mir einen kleinen Ausblick auf den Nachthimmel gestattet.

Die Zeit verliert ihre Bedeutung. Tränen laufen über mein Gesicht, weil ich meine Kinder nie mehr sehen werde. Die Anderen, sie haben gewonnen. Wieder einmal bin ich unterlegen, muss der Gewalt nachgeben. Endgültig diesmal.

Stunden liege ich so. Weinend. Ohne Hoffnung. Ohne Zukunft. Zerbrochen. Zerschlagen. Unendlich einsam. Sterbend.

Langsam wird es Tag. Von meinem Platz aus kann ich ein winziges Stück Himmel sehen. Es wird blau. Und ich lebe. Immer noch!

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Manchmal muss man sterben, um zu leben!

Ariana



Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!

© Foto & Text by Ariana Lazar 06/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Dienstag, 25. April 2017

Mit einer Träne im Knopfloch

Muaaaaahhhhaäääääääääää, heuuuuuuuuuuuulllll, jammmmmmmmer, seuuuuuuuuuuuuffffffffffffffzzzzzzzzzzzzz, zeeeetttteeeeeeeeeerrrrrrrrr, fleeeeeennnnnnnn, wuhuhuhuhuhuhu, sie ist nicht mehr! 😭

Meine schöne Lieblingstasse, ich habe sie zerdeppert und nun musste ich sie in den dunklen Untiefen des Mülleimers begraben. Schniiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeefffffffffffffff

Eine viel zu kurze Zeit hat sie mich begleitet, nun wurde sie von der Schwerkraft unerbittlich dahingerafft und war durch keine Wiederbelebungsmaßnahme mehr zu retten. Vergeblich der Griff nach dem Keramikkleber, umsonst das Zusammenklauben der orange-weißen Scherben, jede Notfallmaßnahme kam zu spät! Zerschmettert ruht ihr sonniger Keramikkörper jetzt im schnöden Plastikeimer, niedergeschmettert wie ihre Besitzerin.

Untröstlich die Hinterbliebene, fassungslos ob der Tücke und der Hinterhältigkeit des Daseins. Im Ohr den Abgesang: Das Leben ist fies, gemein und ungerecht!

Seufzend und zähneklappernd der Grabgesang, unendlich und unerschöpflich das Fließen des Tränenmeeres, übertroffen nur von dem unstillbaren Mitteilungsdrang, der mich angesichts des schweren Verlustes überwältigt.

Lebe wohl, Du Begleiterin meiner Tage, die Du klaglos den Latte macchiato für mich bereithieltest, wie auch den Tee nicht verschmähtest, den ich aus Dir zu trinken pflegte. Unermüdlich, zu jeder Tages- und Nachtzeit warst Du mir zu Diensten. Ertrugst Hitze, Kälte, lauwarme Milch und eine Besitzerin, die sich oft erst Deiner erinnerte, wenn das Getränk in Dir schon unter Umgebungstemperatur gefallen war. Nun, da Dein wunderbar geformter Körper, der sich so ideal in meine Hände schmiegte, in tausend Stücke gesprungen ist, werde ich in tiefer Trauer Deiner gedenken, wohl wissend, dass eine wie Du nicht so leicht zu ersetzen ist.

So zeige ich Dich hier zum letzten Mal in Deiner unvergleichlichen Pracht, damit Du nicht so schnell in Vergessenheit gerätst. Friede Deinen Scherben. 💀

Lieblingstasse bis April 2015

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So stand es heute vor genau zwei Jahren in meinem Facebook-Account. Gäbe es dort nicht die Funktion "An diesem Tag", wäre der Beitrag irgendwo in den unendlichen Weiten des Facebook-Archivs verschollen.

Warum ich ihn jetzt im Blog veröffentliche? Weil mir danach ist! Weil der Beitrag auf FB nur für Freunde sichtbar ist und ich es schade finde, dass er nach dem heutigen Tag wieder der Vergessenheit anheimfallen würde.

Dieser Monat verlief nicht ganz so wie erhofft, was man zweifelsohne an der niedrigen Artikelzahl merkt und die Aufsätze in meiner mentalen Warteschlange scharren derweil ungeduldig mit den Hufen. Dabei wird der nächste Monat voraussichtlich ziemlich ereignisreich.

Jammern hilft nicht, mich selbst niedermachen ist ungesund und überhaupt ist es besser etwas zu tun, als zu unterlassen. In diesem Fall zumindest.

Mein erster absolvierter Physiotherapie-Termin weckt die Hoffnung auf weniger Schmerzen und damit die Aussicht auf steigende Energie. Der anschließende Friseurbesuch verschaffte mir wieder eine passable Frisur, was wiederum ausgesprochen förderlich für das eigene Selbstwertgefühl ist.

Kurzum, ich sehe Licht am Ende des Tunnels und deshalb gibt es heute etwas, was mir selbst ein breites Grinsen beschert hat.

Nicht immer lässt sich für etwas Zerbrochenes leicht Ersatz finden. Das Finden der neuen Tasse dauerte bestimmt ein ganzes Jahr, trotz allem bleibt es ein Gebrauchsgegenstand.

So manches jedoch, was wir verlieren, weil es unvermutet bricht, ist unersetzlich und hinterlässt ein immerwährendes Gefühl des schmerzlichen Verlusts.

Jetzt hätte ich beinahe vergessen, ein Bild der neuen Lieblingstasse zu zeigen.

Diesmal hat die Tasse sogar ein Muster. Schwarz-weiß natürlich, denn bunte Blumen liebe ich zwar in der Natur, aber meine Tassen bevorzuge ich eher schlicht. Eine Tasse mit Blumen in schwarz-weiß, das war der Kompromiss, den ich auf der Suche nach einem neuen Liebling eingehen musste. Ein gelungener Kompromiss, wie ich finde.

Lieblingstasse 2017

Schwarz-weiße Grüße

Ariana



© Fotos & Text by Ariana Lazar 25/04/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Donnerstag, 26. Januar 2017

Antikes Fundstück - frisch poliert

Ein bisschen verrückt ist heutzutage nicht nur normal, sondern absolut notwendig!


Das Fundstück


Ursprünglich hatte ich für heute einen ganz und gar anderen Artikel geplant. In meiner Erinnerung hatte ich schon ein paar Sätze geschrieben, doch fand ich den angefangenen Text nicht im vermuteten Ordner. (Er blieb unauffindbar.)

Ergo begab ich mich auf die Suche und fand einen Entwurf, der schon zwei Jahre auf meiner Festplatte schlummerte. Was wohl so manch geplantem Artikel diverser Autoren widerfährt. Dabei verschwindet so einiges in der Versenkung, was durchaus einen zweiten Blick bzw. eine Aktualisierung wert ist.


Die Aufarbeitung


So ganz konnte ich mir ein Grinsen beim Durchlesen des Altertümchens nicht verkneifen. Seufzend stellte ich fest, dass das Meiste davon noch hochaktuell ist und daher eine Überarbeitung durchaus lohnenswert sein könne.

Da bereits etwas mehr als zwei Jahre seit der Niederschrift ins Land gegangen sind, ist die Liste eher größer geworden und bedarf dringend der Korrektur.

So schön diese Liste nach den notwendigen Renovierungsarbeiten aussehen bzw. zu lesen sein mag, sie erhebt keinesfalls und unter gar keinen Umständen den geringsten Hauch eines Anspruchs auf Vollständigkeit.


Normale UFOs / Unfertige Projekte - antik (Planung vor 2015)


  • Fest eingeplant sind selbst gemachte Knöpfe für meine Strickjacke, die seit inzwischen 2 1/2 Jahren auf passenden Schmuck wartet. Die Bündchen fehlen ebenso, weil ich mir wegen der Knopfgröße nicht sicher bin.
  • Meinen uralten Nähschrank mit neuer Deckplatte versehen und weiß lackieren. Knöpfe für die Schubladen besorgen und ein Magnetschloss (?) einbauen.
  • Meinen Blog habe ich letztes Jahr ganz böse sträflich vernachlässigt, das soll sich ändern. Einen Artikel pro Monat müsste selbst ICH auf die Reihe bringen. (Da besteht zumindest Hoffnung.)
Die obigen Jahresangaben stammen aus dem Originaldokument! ;)


Normale UFOs / Unfertige Projekte - neu (2015/2016)


  • Das Tina-Tuch beenden.
  • Das orange Tuch fertig stricken.
  • Pinke Stola zu Ende bringen, falls ich die Stärke der verwendeten Häkelnadel erinnere.
  • Prüfen, ob ich das total verblasste Fenster-Häkelteil wieder zum Strahlen bringen kann.
  • Die geplante "Deko" für den auf Eis gelegten Rucksack in Angriff nehmen.
Soweit die handarbeitstechnisch auf Beendigung wartenden Projekte.



Die wahre Herausforderung jedoch bilden die

UFO's der besonderen Art

  • Lord Wooly wartet auf Fertigstellung seines Zylinders und drängt auf Vorstellung im Blog. (Der Mann ist wirklich etwas seltsam!)
  • Betty und Bettinchen beharren seit Ewigkeiten auf einen Schönheitsfarmbesuch und ersehnen neue Garderobe! (Man sollte halt mehr darauf achten, wen man zu sich nach Hause holt!)
  • Das Lindengedicht erhofft sich dieses Jahr die Vervollkommnung durch die fehlenden Zeilen (diese Hoffnung hegt es schon seit Jahren).
  • Ein paar Geschichten nerven mich schon im Schlaf, weil sie unbedingt vollendet werden wollen. (Man glaubt gar nicht, wie nervtötend Geschichten werden können, die man noch nicht erzählt bzw. aufgeschrieben hat)
  • Chrissie fühlt sich vernachlässigt und erhofft sich, neben der anstehenden Lackierung, eine reiche Auswahl an saisonal angepasster Textilausstattung. (Will, wie immer eine Extrawurst.)
  • Rudolph jammert, weil er immer noch nackt ist und will sich so auf keinen Fall der Öffentlichkeit präsentieren. (Soll sich mal nicht so anstellen, so ein kleidsames Fell entsteht schließlich nicht im Handumdrehen!)
  •  Ursula redet nicht mehr mit mir, weil ihr die Klamotten, die ich ihr vor Ewigkeiten gekauft habe, nicht wirklich passen und sie endlich modern oder wenigstens passend gekleidet sein möchte. (Seh' ich etwa aus wie Krösus?)
  • Signorina Clementina, die eigentlich schlicht Klementine heißt, will ihre Kunst partout öffentlich darbieten. (Eine derartige Ansammlung von guter Laune ist an manchen Tagen kaum erträglich!)
  • Carlotta ist sauer, weil ich sie ohne die versprochene Mütze/Perücke fotografiert habe. (Eine Glatze kann definitiv sehr kleidsam sein. Das gilt für beide Geschlechter.)
  • Donna Angelina wünscht sich ein engelhaftes Kleid.(Wie bitte?)
  • Hoppel, aus der Familie derer von Klopfer, drängt auf die Veröffentlichung der reich bebilderten Reportage. (OK, die Bilder gibt es schon, aber der lange Text schreckt mich immer noch.)

Diese Liste ließe sich ohne Weiteres um einiges verlängern, denn meine seltsamen Mitbewohner haben die unterschiedlichsten Ansprüche.

Wer jetzt glaubt, dass ich in Rätseln schreibe und auf Aufklärung hofft, hofft auf jeden Fall vergeblich, denn ich kann ja nichts im Voraus verraten, was ich selber noch nicht so richtig weiß!

Im Übrigen ist mir gerade das Licht aufgegangen, dass ich dieses Geschreibsel auch gleich in meinem Blog veröffentlichen könnte, dann stünde da wenigstens etwas.

Oh, oh! Ariana ick hör Dir trapsen!

Wenn Euch das jetzt zu seltsam und verwirrend ist, habt ihr halt Pech gehabt, so bin ich eben. Manchmal.

Möge ein Schmunzeln Euch den Tag versüßen! Falls ich dazu beitragen konnte, würde mich das freuen.


Schmunzelnde Grüße

Ariana


© Foto & Text by Ariana Lazar 26/01/2017

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Samstag, 7. Januar 2017

Eine sehr persönliche Bilanz 2016

Das erste Bild 2017 - Schneetreiben vor meinem Fenster
 

Warum es hier oft still ist bzw. bleibt


Mir wurde von einem lieben Menschen nahe gelegt, doch wieder etwas im Blog zu schreiben, weil der letzte Artikel schon wieder eine Weile her ist.

Nur was? Nicht, dass es mir an Ideen mangeln würde, das Gegenteil trifft eher zu. In meinem Gehirn überschlagen sich Gedanken und Ideen und die Vielfalt der Themen, die  innerhalb von Minuten in meinem Kopf herumschwirren, erschweren mir die Auswahl.

Vor einiger Zeit fand ich irgendwo im Netz eine, wie ich finde, ziemlich zutreffende Beschreibung, wie mein Gehirn funktioniert und die lautet übersetzt in etwa so:

Mein Gehirn funktioniert wie ein Internet-Browser:
Es gibt 12 offene Tabs.
5 davon reagieren nicht.
Ein GIF wird in einer Endlosschleife abgespielt.
Und woher kommt diese nervige Musik?

Hinzufügen würde ich, dass nicht nur eine Musik zu hören ist, sondern mindestens 5 Moderatoren auf einmal ihren Senf zu einem bestimmten Thema von sich geben. Natürlich aus unterschiedlichen Perspektiven, sonst könnte es ja langweilig werden.

Nachdem nun alle Unklarheiten verstärkt wurden, wende ich mich dem nächsten Teil zu. 😉

 

Warum sehr persönlich?


Eine einfache Antwort in einem Satz gibt es dazu nicht, da die Gründe vielfältig sind.

Der/das Blog war ursprünglich anders gedacht. Statt Vielfalt gibt es hauptsächlich Fotos mit den entsprechenden Texten. Das hat mit Kuddelmuddel jetzt nicht mehr wirklich viel gemein.

Ergo soll der Kuddelmuddel sich vermehren und das schließt ein, dass es sehr persönlich wird.

Drum sitze ich jetzt hier vor dem PC,
trink statt Kaffee gut gewürzten Tee
und wackel mit dem großen Zeh!
Oder so! 😃


2016 - ein Jahr im Rückblick


So vieles, an das man sich erinnern möchte, geht verloren, weil man nirgends aufgeschrieben hat, wann was geschah. Und so bleibt dieser Jahresrückblick naturgemäß unvollständig.

Januar 2016 - Das letzte Foto von Kitty

Januar - Februar


Eine schwere Zeit mit vielen Tierarztbesuchen, die ihren negativen Höhepunkt im Februar mit der Erlösung meiner langjährigen Wegbegleiterin und Gefährtin ihren traurigen Abschluss findet. Sie fehlt und manchmal sehe ich sie aus den Augenwinkeln oder spüre, wie sie ans Kopfende des Bettes springt und sich auf ihren gewohnten Schlafplatz legt. Es wird weniger, aber die Lücke bleibt.

Jeder Monat, und sei er noch so beladen mit Kummer, bringt Schönes hervor. Im Januar 2016 war dies ein Kinobesuch mit meiner Tochter, ein abendlicher Spaziergang im Schnee, sowie die unvermutete Sichtung eines Einhorns und ein goldener Sonnenuntergang.

Sogar der Februar hatte schöne Momente, allerdings nur spärlich durch Bilder dokumentiert. Der Trost und die Hilfe meiner lieben Nachbarin bei den Tierarztbesuchen und hinterher beim Abschiednehmen war Balsam für meine Seele und bleibt unvergessen.


März


Im März führte mich eine Kurzreise zur Creativa (mehr Creativa) nach Dortmund und ein Friedhofspaziergang mit meinem Sohn überraschte mit einer Fuchssichtung.


April


Ein seltsamer Monat, denn was schön und entspannend werden sollte, und worauf ich mich bereits sehr gefreut hatte, entpuppte sich nicht nur als Reinfall, sondern zeigte mir, dass es Menschen gibt, die sich immer noch schlechter benehmen können, als das, was mir bis dahin begegnet war. Traurig, dass der Mensch, an dem mir etwas liegt, nicht sehen will, mit was für einer Person er sich da verbunden hat. Nun ja, gegen, bewusste oder unbewusste, partielle Blindheit ist jeder machtlos.

Wunderschön war es dagegen wieder auf dem Leipziger Wolle-Fest. Strahlend blauer Himmel, ein Meer aus bunter Wolle, tiefenentspannte wollverliebte Käufer und Verkäufer garantierten einen wundervollen und gelungenen Tag.

Das erste zarte Grün, die ersten Blüten des Ahorns vor meinem Fenster und die bald üppig sprießenden Blumen habe ich in Bildern festgehalten.

Es gab Möhrentorte ohne Mehl, einen Ausstellungsbesuch und Katzensitting bei meiner Nachbarin. Leider lässt sich diese Katze absolut nicht streicheln.

Der alljährliche DDPP-Kongress war informativ und hochinteressant und die, ebenfalls alljährliche, Kirschblüte ein Fest für jedes Auge.


Mai


Wenn ich einen Jahreshöhepunkt wählen müsste, würde es mit großer Wahrscheinlichkeit der Mai werden. Vier Tage Amsterdam mit meinem Großen und das Wetter zeigte sich, trotz gegenteiliger Prognose, zum größten Teil trocken und sonnig.
Vier tolle, ereignisreiche Tage in einer weltoffenen und quirligen Stadt. Alleine die Erinnerung lässt mich sehnsüchtig seufzen.


Juni-November

 
Dieser Monat war der Anfang einer Reihe von furchtbaren Monaten. Die Monate davor wusste ich ja schon, dass die Fassadendämmung im Juni mit dem Aufbau eines Gerüsts beginnen würde. Monatelang fremde Menschen vor meinen Fenstern im dritten Stock. Wenn etwas einem wahrgewordenen Albtraum nahekommt, dann genau dieses Szenario

Es wurde noch schlimmer, als ich ohnehin befürchtet hatte. Die Bauarbeiten fingen schon morgens um sieben an und gingen bis abends um sechs. Und das sechs Tage in der Woche. Nur Sonntags wurde nicht gebohrt, gehämmert, geschrien und tonnenweise ekelhafter Staub im Hof verteilt. Teilweise war der Baulärm nicht einmal mit Ohropax zu ertragen und das Leben als moderner Höhlenmensch ist nicht das, was so mancher Romantiker sich vorzustellen vermag. Moderner Höhlenmensch, das hieß schlicht, dass ich die Vorhänge erst dann aufgezogen habe, wenn ich sicher sein konnte, dass sich keine Bauarbeiter mehr auf dem Gerüst tummelten.

Für einen lärmempfindlichen Menschen, der dazu einen Großteil seiner Zeit nicht wild auf die Gesellschaft seiner Mitmenschen ist, kommt ein solcher Lebensumstand einer Folter schon recht nahe.

Dazu kamen Querelen mit der Verwaltung und das Damoklesschwert des drohenden Einbaus neuer Fenster in meiner Wohnung. Meistens mag ich Menschen, aber Fremde in meiner Wohnung, die sich dann acht Stunden lang darin aufhalten, möglichst noch ohne meine Anwesenheit, das ist etwas, von dem ich sagen kann, dass ich es verabscheue. Zutiefst verabscheue!


Juni


Jedoch hatte selbst der Juni ein paar nette Begebenheiten in petto. Lieber Besuch, schöne Spaziergange und ein selbst gepflückter Wiesenblumenstrauß vom Nachbarn gegenüber.

Juli


Im Juli sorgte der Besuch des hier stattfindenden Armutskongresses für etwas Abstand zu den Bauarbeiten. Viel zu bedenken, zu viel zu beklagen und Wege suchend, etwas an den herrschenden Zuständen zu ändern.

Ein Abendbummel über den Alex bescherte mir ein paar fantastische Fotos.

August


Einmal lustwandelnd durch den Park von Sansoussi in Potsdam. Mit dieser Einladung überraschte mich mein jüngerer Sohn und so verbrachten wir einen entspannten, schönen Sommertag in diesem Schlosspark.

Auf der Festplatte gefunden habe ich Bilder von einem Regentag unterm Sonnenschirm eines Cafés. Wolkenbruch wäre wohl die treffendere Bezeichnung für dieses Ereignis.

Ende August gab es die ersten vom Herbst rot gefärbten Blätter. Wie schnell sich die Natur verändert.

September


Der einzige Anlass, zu dem ich Bilder habe, ist ein Ausflug mit Einladung zum Essen. Es gab leckeres Steak und das Wetter war toll. Sehr oft kann ich in diesem Monat nicht unterwegs gewesen sein, denn sonst mache ich immer zwischendurch Mal ein paar Fotos.

Oktober


Den Oktober habe ich, genau wie die Monate davor, hauptsächlich in meiner Wohnung verbracht. Nur das Kürbisfest in Schöneberg konnte mich rauslocken, ansonsten gibt es zwei, drei Bilder vom Chaos in meinem Wohnzimmer, das im Vorfeld der anrückenden Fensterbauer entstand.

November


Vor dem Anrücken der Fensterbauer habe ich bei einem Besuch in Frankfurt Kraft getankt. Zwei Tage auf der Kreativ Welt in Frankfurt und mein Großer mit Freundin als Gastgeber sorgten dafür, dass ich die dann folgenden Handwerkertage besser überstehen konnte. Ein toller Ballettabend rundete meinen Frankfurtbesuch ab.

Danach dann drei Tage lang Fremde in der Wohnung und jede Menge Lärm und noch mehr Staub.
Ab da folgte das große Auf- und Umräumen. Und putzen, putzen, putzen. Ich kann mir schönere Beschäftigungen  vorstellen um meine Zeit zu verbringen.

Somit sind wir fast am Jahresende angelangt, ohne einen Rückgriff auf das Jahr 2015 wäre die Bilanz aber nicht vollständig und so füge ich diesen hinzu.

September 2015 bis November 2016


Im November des Jahres 2016 kam tatsächlich der Bescheid über die Bewilligung des Persönlichen Budgets.
Insgesamt dauerte die Bescheiderteilung ab Antragstellung auf Weiterbewilligung 14 Monate. Damit geht der Sinn des Persönlichen Budgets verloren, denn das PB war ursprünglich als schnelle und möglichst unbürokratische Teilhabeleistung gedacht.

14 Monate, das ist eine zermürbend lange Zeit! Die Beantragung dieser Leistung,  vor allem jedoch die wiederholten Termine mit immer neuen Erklärungen, die ich abliefern musste, haben mich enorm viel Kraft, Energie und Lebensfreude gekostet. Und wären nicht noch andere davon abhängig gewesen, dass ich diese Leistungen erhalte, um die Leistung, die sie selbst in der Zwischenzeit erbracht hatten, ensprechend honorieren zu können, ich hätte darauf verzichtet. Mehr als einmal war ich kurz davor das Handtuch zu schmeißen.

Was Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Rahmen der Beantragung des PB zugemutet wird ist unmenschlich und selbst für einen Menschen ohne Behinderung kaum zu bewältigen. Hier werden Hürden aufgebaut, die ein einst so sinnvolles Mittel zur Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderung in das Gegenteil verkehren.

Bei mir hatten die geballten negativen Umstände in den Monaten Juli bis November vor allem eins zur Folge: Rückzug. Rückzug in mich selbst und meine Wohnung mit nur noch geringstmöglichen Außenkontakten. Zeitweise bin ich nur für Familienangehörige erreichbar gewesen und nur durch das Internet war ich mit Menschen außerhalb dieses engen Kreises in reduziertem Kontakt. Überlebensmodus. Sicherung der puren Existenz, nicht mehr. So schlimm war es seit Jahren nicht und ich bin froh, dass diese Zeit endlich ein Ende gefunden hat.

Dezember


Ein rundum guter Monat. Der Überlebensmodus hat sich wieder in leben können verwandelt. Das erste Jahr seit Langem, bei dem ich nicht schon Wochen vor Weihnachten vor lauter Stress auf dem Zahnfleisch gegangen bin. Die meisten Weihnachtsvorbereitungen liefen relativ relaxt und stressfrei ab. Bis auf die letzten zwei Tage vor Heiligabend, aber das war erträglich.

Ein ruhiges, friedliches Fest mit viel gutem Essen, liebem Besuch einer jungen Australierin, ohne Hektik, TV und Musik, dafür mit viel reden und lachen entschädigt dafür allemal.

Und weil ich endlich einmal nur zwei statt drei Tage lang für die Unterhaltung und Versorgung der ganzen Familie zuständig sein wollte, hatte ich mich entschlossen, am zweiten Feiertag essen zu gehen. Das habe ich dann auch am zweiten Weihnachtstag mit meinem jüngeren Sohn getan und habe es sehr genossen. Ich glaube, eine neue Tradition wurde geboren, denn wie heißt es doch:

Wer die alten Traditionen nicht mag, muss sich selber neue schaffen. Oder so ähnlich.😃

Den Abschluss des Jahres bildete ein Opernbesuch mit der ganzen Familie. Diesmal stand Ballett auf dem Programm der Deutschen Oper. Der Nussknacker von Tschaikowsky.

Tschaikowsky bringt mich zu Schwanensee und Schwanensee zurück in meine Kindheit. Zum ersten Mal gesehen habe ich Schwanensee, als ich noch ganz klein war. Im Fernsehen in schwarz-weiß, als ich ausnahmsweise einmal bei meinen Großeltern übernachtete. Viel Platz gab es da nicht. Wohn- und Schlafzimmer bildeten einen Raum und zwischen der ausgezogenen Schlafcouch und der Wand zur Küche war mir ein weicher Schlafplatz auf dem Boden bereitet worden. Die Musik und das Ballett haben mich so beeindruckt, dass ich monatelang danach noch getanzt habe und unbedingt ins Ballett wollte.

Das bildet eine meiner frühesten und gleichzeitig schönsten Erinnerungen an meine Kindheit, wahrscheinlich liebe ich deshalb die Musik von Tschaikowsky so sehr.

Und so endete das Jahr 2016 für mich persönlich versöhnlich.

Als fotografischer Abschluss hier eines der letzten Bilder des Jahres 2016. Das Foto zeigt das wohl älteste Schmuckstück meines Weihnachtsbaumes. Der kleine Engel auf der Wolke hing schon bei meiner Großmutter am Baum und ging nach ihrem Tod in meinen Besitz über. Seitdem hängt er jedes Jahr weit oben in meinem Baum.

Engel mit Laterne auf einer Wolke


Randbemerkungen:
Ereignisse zu denen bereits Artikel auf dem Blog stehen, habe ich verlinkt. Bei einigen Ereignissen werde ich vielleicht noch Artikel schreiben oder Fotos hochladen.

Viele schöne Erinnerungen im vergangenen und kommenden Jahr wünsche ich mir und jedem geneigten Leser.

Ariana

© Fotos & Text by Ariana Lazar 01/2017

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