Posts mit dem Label Kreatives werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kreatives werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 8. September 2017

Schüsselflitzer

von

Ariana Lazar


Wenn's im Gedärm rumort und rumst,
hernach oft lautstark in die Schüssel plumpst,
erleichtert lässt den Mensch zurück,
weil ihm das Zielen noch geglückt.

Es fiel noch in die Schüssel rein,
landete nicht im Höselein
und auch nicht auf dem Fliesenboden,
das will der Mensch wahrhaftig loben.

Doch die Erleichtrung wirkt nicht lange,
schon wieder wird dem Menschen bange,
drum hastet er in schnellen Schritten
zu seines Bades wichtger Mitten.

Erneut beginnet dieses Spiel,
die weiße Schüssel ist das Ziel.
Zu treffen in der Mitte diese
so lautet jetzt die Kampfdevise.

So böse drückt's und zwickt schon sehr,
das macht das Laufen wirklich schwer.
Da will gar mehr als Gas entweichen,
drum sollt' er schnell das Bad erreichen.

Auf wen'gen Metern schnell gerannt,
dabei noch an die Wand geschrammt,
jetzt wird es aber wirklich Zeit,
doch die Toilette ist noch weit.

Laut stöhnend, fluchend schafft der Peter
am Ende noch die letzten Meter
und reißt die Hosen schnellstens runter,
denn das Gegrummel ist sehr munter.

Der Peter könnt auch Petra heißen,
denn schließlich müssen beide sch.. ähm sich zusammenreißen
und beide werden glücklich sein,
zu treffen noch das Schüsselein.

So ähnlich geht es jedem Mal,
das Grummeln, Zwicken wird zu Qual,
drum bleibt man dann zu Hause sitzen
und kann nicht durch die Gegend flitzen.

So wünsch ich allen Schüsselflitzern,
dass weiterhin die Fliesen blitzern
und niemals was danebengeht,
weil's dieses Mal war viel zu spät.


 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!



© Foto & Text by Ariana Lazar 08/09/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Samstag, 22. Juli 2017

Dr. Crumbfett


von

Ariana Lazar


Der Psychiater hat’s nicht leicht,
wenn man dazu noch Crumbfett  heißt,
denn der Patienten kommen viel,
und Heilung ist meist deren Ziel.

Crumbfett der bemüht sich sehr,
doch mit einer hat er’s schwer,
die sich Sonnenblume nennt
und täglich ihm die Tür einrennt.

Was diese Frau ihm so erzählt,
das ist es, was den Mann sehr quält!
Von Nonnen die gewinnen wollen,
und drum in Foren sich wohl tollen.

Doch Sonnenblume gnadenlos,
lässt weiter ihre Storys los.
Dass diese Nonne Kühe liebt,
die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Und jeden Morgen früh um fünf,
macht sich die Nonne auf die Strümpf’
und füttert eben diese Kühe!
Sie gibt sich dabei wirklich Mühe.

Ganz zaghaft fragt da Crumbfett an,
wie denn wohl so was gehen kann?
Wie man denn etwas füttern soll,
was es nicht gibt, sie sei wohl toll.

Darauf die Sonnenblum empört,
ob er denn wirklich nie gehört,
dass Internet und DSL
die Welt heut machen virtuell.

Worauf der Crumbfett ganz entsetzt
sich erst mal auf den Boden setzt,
denn diese Frau, die wirft ihn um.
Was die erzählt, das ist zu dumm!

Frau Sonnenblume, sagt er sodann,
ich bin ein sehr gelehrter Mann!
Doch habe ich noch nie gehört,
dass so jemand im Netz verkehrt.

Das muss ne Bildungslücke sein,
wirft Sonnenblume da schnell ein,
ins Internet kann jederfrau,
dass weiss sie schließlich ganz genau.

Verzweifelt schnappt nach Luft der Mann,
der so was nicht verstehen kann.
Doch Sonnenblume ungeniert,
ihm weitere Details serviert.

Die Nonne hat nicht nur ne Kuh,
nein, sie wohnt auch ab und zu
in einer Hundehütte hier im Land,
dass sei doch jedem wohl bekannt!

Nun hat der Crumbfett echt genug,
er setzt sich in den nächsten Zug,
er nimmt Reissaus, das war zuviel!
Die Wüste ist sein nächstes Ziel.

Dort hat er Ruhe und zum Glück,
ist er entfernt ein gutes Stück
von Praxis und Frau Sonnenblum,
die ist jetzt beim Kollegen Kruhm.

Noch vor der ersten Haltstation,
da klingelt schon sein Telefon.
Frau Sonnenblum ganz ungehemmt,
ihn einen Riesentrottel nennt.

Denn sein Kollege, der Herr Kruhm,
der glaube der Frau Sonnenblum.
Ja, noch so manchen netten Ton,
den säuselt sie durchs Telefon.

Und so kommt’s, wie es kommen muss
Der Doktor landet selbst zum Schluss,
bei den Kollegen vis a vis,
in der Abteilung Psychiatrie.

 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!



© Foto & Text by Ariana Lazar  22/07/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Mittwoch, 19. Juli 2017

Im Traum





IM TRAUM

 

von

Ariana Lazar

 

Hab Dich im Traum umarmt heut Nacht
und Dir gesagt, dass ich Dich liebe.
Dann bin ich wieder aufgewacht
und nichts ist mir geblieben.

Verharrend nur mehr Traurigkeit,
und mit ihr kamen Tränen.
Ein Jahr ist eine lange Zeit
voll Trauer und voll Sehnen.

Noch hör ich diesen Satz im Ohr:
Wir verlieren uns nie mehr!
Das kommt wie Hohn mir grade vor
So schöne Worte, inhaltsleer!

Das Leben schreitet weiter fort,
ruft laut: "Vertane Zeit!"
Und niemand hier auf Erdenort
weiß, wie viel davon uns bleibt.

Mein Herz wird stetig bei Dir sein
bei Tag und selbst bei Nacht.
Es lässt Dich niemals ganz allein,
das hat es nie gemacht.

Im Traum hab ich mit Dir geweint,
versucht uns Trost zu geben.
Wie schon in unsrer Kinderzeit,
im lang vergangnen Leben.

Hab Dich im Traum umarmt heut Nacht
und sag Dir jetzt, dass ich Dich liebe.
Denn selbst, als ich dann aufgewacht,
die Liebe ist geblieben.


 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!



© Foto & Text by Ariana Lazar 19/07/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Katze

Facebook-Fund des Tages


Auf den Tag genau drei Jahre ist es inzwischen her, dass ich bei Facebook eines meiner Gedichte veröffentlicht habe. Die dort bedichtete Katze gehört nunmehr nur noch zu meinen Erinnerungen. Sie hat mein Leben sehr bereichert, mich oft getröstet und noch öfter zum Lachen gebracht. Solange ich lebe, lebt auch sie. In meiner Seele, meinen Erinnerungen und zum Teil auch in meinen Gedichten. Sie fehlt mir. Jeden Tag, aber an manchen Tagen ganz besonders. Sie wird immer geliebt bleiben.

(Das Gedicht ist nicht besonders gut, aber dafür selten! *kicher*)

 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<

 

Eines der letzten Bilder meiner Katze 💟

Die Katze

von

Ariana Lazar


Die Katze ist ein seltsam Tier.
Stets um die Beine schleicht es mir.
Liegt gern im Weg, macht nicht gern Platz
und doch ist sie ein großer Schatz.

Frisst nicht allein, gibt keine Ruh,
bespringt mich wie ein Känguruh,
und ob ich will oder auch nicht,
das kümmert meine Katze nicht.

Mag Käse und ist doch keine Maus,
knurrt auch die Klingel gerne aus,
quakt öfter mal wie eine Ente
und macht mich reif für meine Rente.

Steh ich dann mal vom Sofa auf,
liegt auch die Katz schon ruckzuck drauf!
Komm ich dann wieder, bitte sehr,
räumt sie den Platz nicht wieder leer.

Im Gegenteil sie sieht mich dann
lieber mal höchst gelangweilt an:
So nach dem Motto, bleib schön steh’n!
Was musst du auch zur Toilette geh’n?

Hättest ja bleiben können hier,
wo du jetzt sitzt, ist nicht mein Bier!
Dies ist ein schöner warmer Platz
und der gehört jetzt mir mein Schatz.

Gern werden auch Kartons zerfetzt,
sich mitten auf den Tisch gesetzt,
sogar der PVC dran glaubt,
die Katze den Verstand mir raubt!

Komm ich nach längrer Zeit nach Haus,
spielt sie beleidigt, ei der Daus.
Ich brauch auch wirklich keinen Mann,
da meine Katze schnarchen kann.

So macht die Katze dumme Sachen,
das bringt mich öfter mal zum Lachen.
Ich liebe dieses Katzentier,
drum bleibt es auch für immer hier.


 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!




© Foto & Text by Ariana Lazar 29/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Samstag, 17. Juni 2017

Die Korrektur der Disharmonie



Der Mensch überschätzt sich maßlos.


Diesen Satz einer Facebook-Freundin erkläre ich zu meinem heutigen Lieblingssatz.

Es gibt immer wieder Sätze, die mich einen oder mehrere Tage lang begleiten, sich festsetzen und mich zum Nachdenken anregen. Obigen Satz kann ich nur unterstreichen. Doppelt.

Anzunehmen, dass dieser unser Planet besatzungslos durchs Weltall treibt, nur weil es keine Menschen mehr darauf gibt, das mutet schon sehr überheblich an. (Verzeih mir Josef, aber ich nenne die Dinge gerne beim Namen.)

Der Mensch als "Krone der Schöpfung"? Wem ist bloß dieser Schwachsinn eingefallen?

Sind wir nicht eher ein Fehler? Ein destruktives Missgeschick? Ein misslungenes Experiment der Evolutionsgeschichte?

Vor einiger Zeit habe ich mit steigendem Interesse eine sogenannte Dokufiktion-Serie geguckt, die sich "Zukunft ohne Menschen" (Wikipedia) nannte und davon ausging, dass sämtliche Menschen an einem Tag aufhörten zu existieren.

Ein sehr interessantes Szenario mit vielen überraschenden Möglichkeiten. Nun, jedenfalls stirbt das Leben nicht aus, nur weil die Menschen verschwinden. Ganz im Gegenteil, das Leben scheint zu explodieren und die Natur wird sich schnell zurückerobern, was der Mensch zerstört hat. Eine Entwicklung, die ich auch ohne diese fiktive Doku vorausgesehen hätte, da sie mir absolut stimmig und logisch erscheint.

"Die Korrektur der Disharmonie" ist die Geschichte, die sich mir spontan dazu aufgedrängt hat. Es ist eine Science-Fiction-Geschichte. Die Short Story hatte ich 2011 auf SFBasar veröffentlicht und sie wurde, das Gefühl drängte sich mir auf, damals nur teilweise verstanden.

Die meisten Menschen sehen lediglich das Offensichtliche, bleiben an der Oberfläche und verbeißen sich in Nichtigkeiten, womit ihnen der tiefere Sinn einer Erzählung größtenteils verborgen bleibt.

Genug der Vorrede! Lasset die Geschichte beginnen!

Viel Vergnügen


Ariana

Epilog: Was die Kurzgeschichte mit der menschlichen Selbstüberschätzung zu tun hat? Findet es heraus!

PPS: Veröffentlicht wurde die Science-Fiction-Story ursprünglich unter dem Pseudonym Maria Nazira

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Die Korrektur der Disharmonie

Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte

von

Ariana Lazar


Pokri Kanikro warf einen prüfenden Blick in die Runde. Keinerlei Disharmonie war spürbar. Überall an den Tischen des großen freundlich dunklen Raums saßen die Schüler ruhig vor ihren Galaktoplanoren und arbeiteten konzentriert an ihren Experimenten, die der Prüfungsvorbereitung dienten.

Sie alle würden die Prüfung, die in Kürze auf sie zukam, bestehen, da war sich das Kroxal sicher, schließlich bildeten diese Prüflinge die Elite der Lehranstalt. Ausgewählt aus Tausenden von Bewerbern, vereinte sich hier die Essenz des unerbittlichen Auswahlverfahrens.

Die Ausbildung zum Galaktoplanorator bedeutete gramorphenlangen Verzicht auf Vergnügungen, harte Arbeit und ein Wissenspotential, das weit über das anderer Talente hinausging.

Als Junal, am Anfang seiner Laufbahn, waren die Jungen sein Aufgabengebiet gewesen.

Das Junal galt als die erste Stufe der Transformation in dem keine Disharmonien mehr entstanden. Da sich jedoch jeder Junal ausgezeichnet an diese unangenehmen Zustände erinnerte, war es dieser Alterstufe als Pflicht auferlegt, sich um die Jungen zu kümmern.

Etwas Schwierigeres gab es nicht. Bei jeder kleinsten Disharmonie bestand die Gefahr, dass ein Junges zu pulsieren anfing, was, wenn man diese nicht schnell genug beseitigte, innerhalb weniger Grkse zur völligen Existenzvernichtung führte. Gerade die außergewöhnlich Begabten tendierten vermehrt zu Disharmonie und Pulsation und nur wenigen von Ihnen gelang die Transformation zu den Mitteljungen.

Eine Aufgabe, die viel Energie verschlang, die eigene Existenz in Gefahr brachte und deshalb auch nur in dieser bestimmten Zeit geleistet werden konnte.

Nachdem es die ersten Zeitalter in voller Harmonie mit den Jungen verbracht hatte, war es als Kroxal, so lautete seine jetzige Transformationsstufe, zu den Mitteljungen gewechselt, um diese auszubilden. Bei den nur noch vereinzelt auftretenden Disharmonien verfielen die Mitteljungen nicht mehr in unkontrollierte Pulsationen, was die Arbeit des Kroxal sehr erleichterte.

Dies war natürlich nur die Grundausbildung, die ein Mitteljunges dazu befähigte selbstständig an und mit einem Galaktoplanor zu arbeiten. Erst als Kroxal wären sie, wie Pokri Kanikro, in der Lage, sich genügend auszudehnen, um eine große Anzahl eigener Galaktoplanore problemlos gleichzeitig zu überwachen.

Mitten in Pokris Betrachtung mehrerer Galaktoplanoren erreichte eine Disharmonie erschreckender Größe sein auf Mkratos Pnikmijus gerichtetes  Außen-Teil. Da Mkratos normalerweise über ein sehr ausgeglichenes und harmonisches Wesen verfügte und zudem eines der begabtesten Mitteljungen war, handelte Pokri ohne Zeitverzögerung. Augenblicklich veränderte es seine äußere Gestalt so, dass ein Teil seines Körpers in unmittelbaren Kontakt mit dem Mitteljungen treten konnte, ohne einen der anderen Schüler in seiner Harmonie stören zu müssen.
Beruhigend wirkte es sanft und behutsam auf das Mitteljunge ein, dabei vorsichtig bemüht, den Grund der Disharmonie schnellstmöglich zu ergründen und zu eliminieren.

Ein Blick auf den Galaktoplanor genügte. Bei dem derzeit laufenden Experiment verhielten sich einige der Komponenten unangemessen disharmonisch. Eine der maßgeblichen Komponenten schien außer Kontrolle geraten zu sein und verhielt sich äußerst zerstörerisch anderen Komponenten gegenüber. Das an sich wäre nicht so tragisch, da das in diesem Stadium der Experimente oft der Fall war und die Schüler lernen mussten, mit den Disharmonien niederer Existenzen umzugehen. Nur wer Disharmonie ertrug, war schließlich in der Lage, sie in Harmonie zu verwandeln, aber diese Komponente schoss weit über das erträgliche Ziel heraus.

Sie wütete gegen jede andere Komponente des Experimentes, hatte schon eine beträchtliche Anzahl restlos eliminiert und schien nicht abzuhalten zu sein, weitere Komponenten zu vernichten. Was Mkratos jedoch an den Rand eines disharmonischen Schocks gebracht hatte, war die Tatsache, das jene schreckliche Komponente, „Mensch“ tituliert, keinerlei Rücksicht auf die eigenen Existenz-Einheiten zu kennen schien, sondern auch diese ohne Zögern vernichtete.
Pokri überlegte nicht, hier musste es sofort eingreifen. Eine kleine Korrektur unter Mithilfe der entprechenden Schaltfläche seines Galaktoplanors genügte und die Komponente „Mensch“ existierte nicht mehr.

Nach dem Verschwinden der disharmonischen Existenz verebbte auch die Disharmonie bei Mkratos Pnikmiju. Die Harmonie kehrte zurück und Pokri vermittelte dem Mitteljungen, wie es solche Auswüchse in Zukunft frühzeitig entdecken und vermeiden könne. Noch ein paar Ratschläge gebend, was eine Verbesserung der übrig gebliebenen disharmonisch agierenden Komponenten zur Folge haben würde, und der Kroxal zog sich wieder zusammen.

Als Galaktoplanorator übernahm man eine ungeheure Verantwortung, dementsprechend vielfältig waren die Fallen, die von den Prüfern in die einzelnen Experimental-Programme eingebaut worden waren.

Die Komponente „Mensch“ hatte sich dabei als besonders prüfungswirksam herausgestellt. Zum Einen verfügte sie über einen nicht zu unterschätzenden emotionalen Faktor, der die Schüler veranlasste, sie nicht von Anfang an zu eliminieren und zum Anderen hatte man ihr genügend disharmonisches Potential beigefügt, um die  Harmoniestabilität der Schüler zu prüfen. Ein Nichtbestehen konnte gleichbedeutend mit dem Existenzende sein.

Der erste seiner Prüflinge hatte den Test der Harmoniestabilität bestanden! Sollte es auch die zahlreichen noch ausstehenden Prüfungen bestehen, hatte es eine reelle Chance, einmal Kroxal zu werden.

Pokri Kanikro warf einen prüfenden Blick in die Runde. Keinerlei Disharmonie war spürbar.

Ende

© by Maria Nazira 2011 / Ariana Lazar 2017

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!



© Foto & Text by Ariana Lazar 17/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Donnerstag, 15. Juni 2017

Nachtgedanken



Vor über einem Jahr habe ich dieses Gedicht geschrieben, es eben wieder entdeckt und festgestellt, dass es nichts von seiner Aktualität verloren hat. Ich weiß nicht, ob es gut ist, was ich aber weiß ist, dass es tief aus meiner Seele kommt, heute wie vor einem Jahr.

Zeitlos das Leid. Blind der Mensch. Wie vor zehn Jahren. Wie vor hundert Jahren. Wie vor tausend Jahren. Seit Anbeginn der Menschheit.


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
 

Nachtgedanken

von Ariana Lazar



Hörst Du den Wind da draußen weinen
in der finstren, kalten Nacht?
Die kalte Nacht in Deinem Herzen
hat ihn um den Schlaf gebracht.

Siehst Du der Sonne Tränen,
versteckt hinter grauem Wolkenkleid?
Deine Hasstiraden nähren,
ihren Kummer und ihr Leid.

Hörst Du das Lied des Stacheldrahtes,
das erzählt von Schmerz und Tod?
Doch Du verstopfst nur Deine Ohren,
willst nichts hören von der Not.

Siehst Du den Mond vom Himmel schwinden,
obwohl es längst nicht seine Zeit?
Er sucht Menschlichkeit zu finden,
um zu lindern Menschenleid.

Hörst Du das Blut in Deinen Ohren,
dass verzweifelt Liebe spricht?
Dein Geschrei, durch Hass geboren,
verflucht Dein Kind. Spürst Du es nicht?

Sieh endlich hin! Öffne die Ohren!
Noch ist es Zeit, sich umzudrehn.
Sind die Früchte des Hasses erst geboren,
wird es schwer zurückzugehn.

Denn Kinder aus Hass geboren
fressen Dich mit Augen und Ohren!
Verschlingen alles mit Haut und Haar.
Alles, was einst menschlich war.


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<<<<<<


Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!



© Foto & Text by Ariana Lazar 15/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Dienstag, 6. Juni 2017

Flashback - Blitzartige Erinnerungen



Heute


Es wird ernst. Ein komisches Gefühl in der Magengegend, leichte Beklemmung in der Brust. Leise Zweifel, ob dieses Schrittes in eine neue Richtung.

Das ist normal, sage ich mir. Veränderungen sind nie leicht, kosten immer Überwindung. Es ist halt nie abzusehen, was sich daraus ergibt.

Wohin der neue Weg führt? Abwarten. Es wird schon gut werden.

Ich rede mir selbst gut zu, blicke zurück auf den langen Weg, den ich schon gegangen bin, und mache mir selbst Mut. Es ist notwendig. Noch einmal tief durchatmen. Dann Augen auf und durch!

Vorgestern


Dies ist keine übliche Geschichte. Nichts auf meinem Blog ist auch nur annähernd damit vergleichbar. Kein netter Spaziergang, keine schönen Bilder. Es zeigt die andere Seite in meinem Leben. Die Dunkle, Schmerzvolle. Nur ein paar Stunden die es in sich hatten. Eine Nacht, nach der nichts mehr so war wie zuvor. Ereignisse die mein Leben auf den Kopf stellten und es mehr veränderten als alles davor oder danach.

Was ist ein Flashback?


Laut Wikipedia ist ein Flashback "(englisch, blitz(artig) zurück, sinngemäß übersetzt etwa Wiedererleben oder Nachhallerinnerung) ein psychologisches Phänomen, welches durch einen Schlüsselreiz hervorgerufen wird. Die betroffene Person hat dann ein plötzliches, für gewöhnlich kraftvolles Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände. Diese Erinnerungen können von jeder vorstellbaren Gefühlsart sein.

Der Begriff wird vor allem dann benutzt, wenn die Erinnerung unwillkürlich auftaucht und/oder wenn sie so stark ist, dass die Person die Erfahrung wieder durchlebt, unfähig, sie völlig als Erinnerung zu erkennen."


Eine sehr gute, überaus verständliche und ausführliche Erklärung für das Wort "Trigger" habe ich auf dem Blog TraumaReport gefunden, das diesmal ebenfalls eine Rolle spielen wird.

Achtung Trigger!


Dies wird meine erste Geschichte, der ich diese Warnung voranstelle. Diese Geschichte ist keine Fiktion, sondern ein kurzes, aber grelles Blitzlicht aus meiner eigenen Vergangenheit.

Besonders sensible Menschen, Menschen mit Gewalterfahrungen und/oder Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen und eventuell damit verbundenen Psychiatrieaufenthalten sollten gut abwägen, ob sie die folgende Kurzgeschichte lesen wollen, da sie mehrere Trigger enthält. Keine leicht verdauliche Kost.

Eine dringende Bitte lege ich jedem Leser ans Herz: wenn es zu viel wird, lege eine Pause ein oder hör auf! Selbstfürsorge ist oberstes Gebot und gilt hier ganz besonders. Achte gut auf das eigene Bauchgefühl, das ist in der Regel der sicherste Indikator und zeigt mit untrüglicher Sicherheit an, wann es genug ist.

>>>>>>>>>><<<<<<<<<<


Flashback

Eine Kurzgeschichte 
von 
Ariana Lazar

Man hat mich im Krankenwagen hierher gebracht. Hierher, in diesen großen weißen kalten Raum. Mitten in der Nacht. Ich soll auf den Arzt warten, hat man mir gesagt. Nicht einmal anziehen durfte ich mich. Sitze hier im Schlafanzug im kalten Licht einer Schreibtischlampe. Was soll ich hier? Um diese Zeit sollte ich zu Hause sein, bei den Kindern.

Endlich kommt der Arzt. Seine Stimme hallt in dem großen Raum. Er stellt mir eine Menge seltsamer Fragen, die ich alle ehrlich beantworte. Er glaubt mir nicht, das kann ich sehen.

Als er den Raum verlässt, sagt er noch, dass mich jemand abholen wird und ich warten soll.

Ich warte. Lange. Die Zeit dehnt sich aus bis in die Endlosigkeit, aber es kommt niemand. Ich habe die Kinder nachts noch nie alleine zu Hause gelassen. ER ist zwar da, aber das ist keine gute Lösung. Ich warte weiter. Man hat mich vergessen. Wahrscheinlich war alles ein blöder Irrtum und man hat nur vergessen mir mitzuteilen, dass ich nach Hause gehen kann.

Langsam stehe ich auf, verlasse den Raum. Meine Orientierung funktioniert noch, den Weg durch die langen spärlich beleuchteten Klinikflure hinaus ins Freie, ich finde ihn mühelos. Ich habe keine Eile, freue mich in ein paar Minuten wieder da zu sein, wo ich hingehöre.

Plötzlich Schritte und Stimmen hinter mir. Zwei Männer rufen, dass ich stehen bleiben soll. Angst steigt in mir auf, ich laufe schneller. Niemand sonst in meiner Nähe. Sie fangen an zu rennen, ich auch. Nur weg hier! Sie sind schneller als ich in meinen Pantoffeln, die mich am Laufen hindern. Sie erwischen mich. Schreien mich an. Reißen mich an meinen Armen herum und zwingen mich mit roher Gewalt zur Umkehr.

Niemand hört meine Schreie und kommt mir zu Hilfe. Es ist Nacht, niemand mehr unterwegs. Nur diese Männer, die mich zurückzerren, so sehr ich mich auch wehre. Sie sind so viel stärker als ich. Ich habe keine Chance. Als ich das erkenne, höre ich auf zu schreien, aber ich wehre mich weiter so gut ich kann. Es hilft nichts. Sie reden auf mich ein, aber ich verstehe sie nicht, spüre nur ihre Hände, die sich schmerzhaft in meine Arme krallen und bestehe nur noch aus Angst und Panik. Warum hilft mir denn niemand? Was geschieht hier mit mir?

Zurück in der Klinik schnallen sie mich auf einen Rollstuhl fest. Ich will hier weg! Was haben die mit mir vor? Atemlos, panisch, wehrlos wie ich bin, höre ich dennoch nicht auf entkommen zu wollen. Man schiebt mich in einen Aufzug und dann geht es abwärts. Als die Fahrstuhltüre sich wieder öffnet, erkenne ich einen gefliesten Keller. Todesangst. Da ist kein Platz mehr für ein anderes Gefühl. Nur pure Todesangst.

Der Mann, inzwischen ist es nur noch einer, schiebt mich durch nicht enden wollende geflieste Tunnelgänge. Kaltes Neonlicht verstärkt die tödliche Kälte ausstrahlenden alten Fliesen. Ein wahr gewordener Albtraum. Ein Szenario wie aus einem Horrorfilm. Meine Kehle ist wie zugeschnürt, ich bekomme kaum noch Luft. Die Angst hält mich erbarmungslos in ihren scharfen Krallen.

Irgendwie bekomme ich die Füße aus den Schnallen, in denen sie festsitzen, stemme diese mit aller noch vorhandenen Kraft gegen den Boden, um die Fahrt zu beenden. Hoffnungslos. Vergebens. Der Mann kippt den Rollstuhl nach hinten und schiebt einfach weiter. Meine Welt ist aus den Fugen geraten und ich bin sicher, dass am Ende des Tunnels mein eigenes Leben zu Ende gehen wird. Unmöglich kann ich diese Nacht überleben.

Als ich schon alle Hoffung auf ein Ende dieser Tunnelfahrt aufgegeben habe, geht es mit einem weiteren Aufzug aufwärts. Fremde Menschen blicken mich teilnahmslos an, als ich den langen Flur entlang geschoben werde. Mir wird gleich klar, hier habe ich nichts zu erwarten. Kein Mitgefühl. Keine Hilfe. Nicht einmal Interesse. Gleichgültigkeit. Abgestumpftheit. Desinteresse.

Als wir in einem helleren Raum ankommen, in dem sich mehrere Menschen befinden, atmete ich kurzfristig auf. Aber nicht lange.

Man schiebt mich in ein Zimmer, bugsiert mich auf ein Bett. Dann kommt jemand mit einer Spritze, die er mir geben will. Meine Panik steigt ins Unermessliche. Jetzt ist es also soweit. So soll es also passieren. Mit einer Spritze. Vergiften wollen sie mich also und erwarten, dass ich es einfach so mit mir geschehen lasse. Augenblicklich ist sie wieder da, die Todesangst. Sie werden mir eine tödliche Spritze geben und niemand wird jemals erfahren, was mir wiederfahren ist. Wer tot ist, redet nicht.

Nein! Nein, ich will diese Spritze nicht! Ihr wollt mich umbringen! Ich schreie aus Leibeskräften und wehre mich mit allem, was ich noch zur Verfügung habe. Zu viert stürzen sie sich auf mich. Ich rufe laut und verzweifelt nach meiner Mutter, die schon lange nicht mehr lebt. Ich werde zum Kind. Schreie. Krümme mich. Biete alles auf, was ich noch mobilisieren kann und kämpfe wie eine Ertrinkende um mein Leben.

Sie gewinnen. Schnallen mich fest. Selbst mit den Lederriemen an den Handgelenken, den Fußgelenken, über Brust und dem Bauch setze ich mich noch zur Wehr. Ich will nicht sterben!

Irgendwann gelingt es ihnen mir die Spritze zu verabreichen, da resigniere ich. Vergewaltigt, erniedrigt, niedergerungen, wehrlos warte ich auf den Tod. Selbst jetzt will ich mich dem Tod nicht ergeben, weigere mich trotzig zu sterben. Einmal, wenigstens noch ein einziges, letztes Mal will ich den Himmel sehen. Ein letztes Mal den Tag begrüßen.

Und so liege ich auf dem Bett, weigere mich zu sterben oder zu schlafen und starre ununterbrochen auf das vergitterte Fenster, das mir einen kleinen Ausblick auf den Nachthimmel gestattet.

Die Zeit verliert ihre Bedeutung. Tränen laufen über mein Gesicht, weil ich meine Kinder nie mehr sehen werde. Die Anderen, sie haben gewonnen. Wieder einmal bin ich unterlegen, muss der Gewalt nachgeben. Endgültig diesmal.

Stunden liege ich so. Weinend. Ohne Hoffnung. Ohne Zukunft. Zerbrochen. Zerschlagen. Unendlich einsam. Sterbend.

Langsam wird es Tag. Von meinem Platz aus kann ich ein winziges Stück Himmel sehen. Es wird blau. Und ich lebe. Immer noch!

>>>>>>>>>><<<<<<<<<<


Manchmal muss man sterben, um zu leben!

Ariana



Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!

© Foto & Text by Ariana Lazar 06/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Sonntag, 4. Juni 2017

Einzug der eigenen Gedichte und Geschichten

 
Blueten des Rotdorn

Carpe diem - Pflücke den Tag


Was macht man an einem Tag wie diesem, der grau und regenreich vermittelt, dass ein Aufenthalt im Inneren des Hauses die bessere Wahl für das gerade vorherrschende Wetter ist?

Keine Ahnung, was andere machen, ich mache etwas, was ich schon über ein Jahr lang erledigen wollte. Ich veröffentliche meine Gedichte und Geschichten nach und nach im Blog, damit sie alle "zu Hause" sind, bevor ich den Blogumzug in Angriff nehme.

SFBasar, auf der ich die Geschichten vor Jahren veröffentlicht hatte, bietet mir, aus unterschiedlichen Gründen, schon lange keine Heimat mehr und so ist es nur natürlich, dass meine Geschichten mir irgendwann folgen. Zumal sie auf der Seite nur noch mit Mühe zu entdecken sind.

Folgerichtig kam als erster Umzugskandidat nur "Die Geschichte einer Suche" in Betracht.

Sie war meine erste Veröffentlichung überhaupt und das "nach Hause kommen" bildet einen wichtigen Teil der Story.

Die Geschichte einer Suche


Die meisten Menschen sind ihr Leben lang auf der Suche. Die Suche nach Ruhm, Macht und Ehre scheint für viele unverzichtbar. Andere wiederum suchen nach der großen Liebe, dem großen Glück, dem ultimativen Job oder gar der allein selig machenden Ideologie, Religion oder Ernährung. Es wundert mich nicht, dass viele dieser Suchen erfolglos bleiben.

Meine Kurzgeschichte hat, zumindest bei einem oberflächlichen Blick, nichts von alledem zu bieten. Im Gegenteil, sie erscheint kurz, klein und unbedeutend.

Ist sie das? Oder hat sie etwas, dass sich nicht auf den ersten Blick erschließt? Ein Geheimnis vielleicht?

Jedenfalls lese ich sie immer wieder gerne, obwohl ich sie selbst geschrieben habe. Wann immer ich sie lese, fühle ich, wie sich wohlige Wärme in meinem Innern ausbreitet mit der das Gefühl von "angekommen sein" einhergeht und ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen.

Nicht alle suchen das Unübertreffbare. Manche suchen nur sich selbst, weil sie sich irgendwann in ihrer Vergangenheit verloren haben oder weil sie nie eine Ahnung davon hatten, wer sie sind.

Es gibt unzählige Suchen, zahllose Wege und gelegentlich wird man überraschend dort fündig, wo man gar nicht gesucht hat.

Was immer ihr auch findet, wenn ihr ans Ende der winzigen Erzählung kommt, ich wünsche Euch viel Freude beim Lesen. Möglicherweise lohnt sich ein zweiter Blick, weil man vielleicht beim zweiten Lesen etwas entdeckt, das beim ersten Blick verborgen geblieben ist.

Ariana


 
© Foto & Text by Ariana Lazar 04/06/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Die Geschichte einer Suche

Eine Kurzgeschichte

von

Ariana Lazar


Sie konnte sich schon selber kaum noch daran erinnern, wann sie die Suche begonnen hatte, aber es musste zu der Zeit gewesen sein, als noch massive Eismassen das Land bedeckten während Mammuts, Riesenhirsche, Wollnashörner und Rentiere das Gesicht der Erde prägten.

Anfangs hatte ihr die Suche noch Spaß gemacht, es war ja alles neu für sie und es gab  nur wenige Ihrer Art, auch wenn es viel mühsamer war, die wenigen Menschen aufzuspüren, als sie geglaubt hatte.

Die Zeit verging, es wurde einfacher Menschen zu finden, aber wohin sie sich auch wandte, wie sehr sie auch suchte, ihr war kein Erfolg beschieden. Alle schüttelten nur unwillig die Köpfe, drehten ihr den Rücken zu oder verscheuchten sie gar mit wild herumfuchtelnden Händen. Sie war eben zu klein, zu unbedeutend.

Unverdrossen suchte sie weiter, Tag um Tag, Jahreszeit um Jahreszeit. Wie viele Sommer und Winter inzwischen vergangen waren, vermochte sie nicht zu sagen, aber es mussten  eine Unmenge sein, denn das Gesicht der Erde hatte sich drastisch gewandelt.

An Stelle der Mammuts, Riesenhirsche und Wollnashörner waren Blechkisten getreten, die die Luft verpesteten und in deren Innern Massen von Menschen durch das einst grüne Land reisten. Unzählige Menschen, so viele, wie niemals zuvor und doch war ihre Suche noch immer vergeblich, denn die Ablehnung die ihr entgegenschlug blieb immer gleich.

Mutlos saß sie dort oben auf ihrem Aussichtsplatz, hoch über den Dächern der steinernen Stadt, das Geläut der Glocken nicht achtend. Wieder einmal versuchte sie ihre andauernde Erfolgslosigkeit zu ergründen.

Was war es nur, dass sie anscheinend so grundlegend von den anderen ihrer Art unterschied? Denn auch ihresgleichen existierte in dieser neuen Welt in unfassbarer Menge. Oh, so viele von ihnen wurden geliebt und gehegt, gehätschelt und getätschelt. Es gab sie in allen Formen, kurz und lang, ausufernd und prägnant, gebunden und frei, gute und schlechte.

Nur sie, sie fand niemanden. Dabei war sie eher kurz und sie würde auch ganz bestimmt nicht viel Platz wegnehmen. Sie konnte sich prima kleinmachen. Ein winzig kleines Eckchen zum wohnen, mehr wollte sie doch gar nicht.

Ein tiefer Seufzer entrang sich ihr, dann erhob sie sich und wehte davon. Ein neuer Tag begann und mit ihm wie immer die winzige Hoffnung fündig zu werden.

Der erste Mensch, den sie an diesem Tag besuchte, lag noch in tiefem Schlaf, doch gerade, als sie es sich bei ihm gemütlich machen wollte, gab es dieses grässlich schrille und nicht enden wollende Geräusch. Der Mensch fuhr erschrocken hoch und ihr war sofort klar, dass sie HIER gleich wieder gehen konnte.

Würde sie  eben bei dem Elektroladen um die Ecke reingucken, da war um diese Tageszeit nicht viel los. Bei dem Eigentümer brauchte sie es gar nicht erst zu versuchen, der hatte schon lange keine Träume mehr, aber vielleicht bei Gerd, von dem man sagte, er sei ein Tagträumer. Gerd war Azubi und in ein paar Tagen war die nächste Klausur fällig. Er zermarterte sich das Hirn bei dem Versuch, es mit den Physikfragen zu füttern und Yahminah drehte enttäuscht um.

Einige Zeit irrte sie ziellos durch die Straßen, bis ihr die Frau in dem Café gegenüber auffiel. Neugierig näherte sie sich. Claudia, die Kellnerin, starrte blicklos vor sich hin, es war einfach nichts los in dem Laden! Nachdem Yahminah die Lage gepeilt und erleichtert festgestellt hatte, dass diese Claudia gar nicht dachte, wagte sie es. Ein mutiger Hüpfer und ... Bruchlandung! Mit sooo wenig Gehirntätigkeit hatte selbst Yahminah nicht gerechnet und ihr waren einige seltsame Menschen seit der Eiszeit begegnet! Wie sollte sie denn bitte ein Plätzchen für sich finden, wenn nur Vakuum vorhanden war??

Voller Empörung rieb sie sich ihre schmerzenden Teile, schenkte der Bedienung einen unbemerkt bleibenden vernichtenden Blick und stapfte hinaus.

Das war wieder einmal einer dieser Tage, der sie an sich und den Menschen zweifeln ließ.

Meine Güte, immer erwischte sie entweder die Falschen, den verkehrten Augenblick oder jemand ihrer Art war gerade da und verjagte sie!

Trotzdem kam Aufgabe schlicht nicht in Frage, sie hatte ja schließlich ihren Ehrgeiz und wenn Millionen ihrer Art, die viel mehr Platz beanspruchten, als sie selber, einen Platz gefunden hatten, dann würde sie das auch!

Als die Nacht hereinbrach, hatte sie wohl weit über hundert Mal ihr Glück versucht. Vergebens. Gelang es ihr kurzzeitig, sich bei jemandem niederzulassen, schien dieser Mensch nicht so recht zu wissen, was er denn mit ihr anfangen soll und vertrieb sie. Die Art der Vertreibung reichte von leichtem, etwas unwilligen Kopfschütteln, über ein paar kräftige Flüche bis zu aktiver Ignoranz. Einer schlug sogar heftig mit der Faust auf den Tisch, als er sie in der dunklen Ecke bemerkte und warf sie wutschnaubend hinaus.

Nach diesem Vorfall ging sie ein wenig behutsamer vor. Einige Male begegnete sie auch anderen ihrer Art, aber diese waren nur damit beschäftigt, ihre eigenen Plätze zu verteidigen und Höflichkeit hielt in dem Zusammenhang  jeder für Zeitverschwendung, so dass sie dort von selbst schnell verschwand.

Die Nacht war schon weit fortgeschritten, die meisten Fenster dunkel und Yahminah war  so müde, dass sie, ohne es wirklich zu bemerken, durch eines der wenigen, schwach erleuchteten Fenster in das im Halbdunkel dahinter liegende Zimmer taumelte.

Schon halb schlafend, ließ sie sich auf dem warmen, leuchtenden Monitor nieder und atmete tief durch. Was machte diese Frau da eigentlich? Warum lächelte sie so?

Zu spät bemerkte sie, dass sie nicht die Einzige ihrer Art in diesem Raum war. Überall um sie herum war ein Wispern und Raunen, das Zimmer war voll davon. Unzählige Wesen beobachteten jede ihrer Regungen, so dass sie ein unbehagliches Gefühl überkam. Vergangene Begegnungen dieser Art waren bisher immer negativ für sie ausgegangen.

Noch nie war Yahminah so vielen ihrer Art auf einmal begegnet und da nichts bedrohliches geschah, sah sie sich verstohlen um.

Es gab so viele Verschiedene! Da hockten Dicke neben Dünnen, Kurze schwatzten mit Langen, Gereimte diskutierten mit Ungereimten, Fröhliche plauderten mit Traurigen und Ernste philosophierten mit Komödianten. Es gab sowohl Fertige, als Unfertige und sie entdeckte sogar ein paar mehr oder weniger brummige Angedachte, die einen winzigen Winzling aus seinem Versteck locken wollten.

Eine neue Welt zeigte sich ihr im warmen Licht der Schreibtischlampe und ehe sie es richtig bemerkte, war sie auch schon mittendrin. Sprach mit Jenen, plauderte mit Diesen und vergaß eine Weile, dass sie müde und erschöpft war.
Stunden vergingen, bevor Yahminahs Blick wieder auf die Frau und damit auf den Monitor fiel. Dort stand in großen Buchstaben geschrieben:

Willkommen daheim, Yahminah!


Ihre Suche war beendet! Sie hatte ihn endlich gefunden! Den Menschen, der ihre Geschichte niederschrieb, denn Yahminah war eine Geschichte. Eine Geschichte auf der Suche nach einem Erzähler. Sie war am Ziel!

© by Ariana Lazar 2011

Bitte beachten! Das Urheberrecht an diesem Text / Gedicht liegt ausschließlich bei mir! Jede Veröffentlichung, auch auszugsweise, auf anderen Seiten (Blogs, Foren usw.) ist untersagt und bedarf meiner ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung!



© Foto 04/06/2017 & Text by Ariana Lazar 23/05/2011

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Dienstag, 25. April 2017

Mit einer Träne im Knopfloch

Muaaaaahhhhaäääääääääää, heuuuuuuuuuuuulllll, jammmmmmmmer, seuuuuuuuuuuuuffffffffffffffzzzzzzzzzzzzz, zeeeetttteeeeeeeeeerrrrrrrrr, fleeeeeennnnnnnn, wuhuhuhuhuhuhu, sie ist nicht mehr! 😭

Meine schöne Lieblingstasse, ich habe sie zerdeppert und nun musste ich sie in den dunklen Untiefen des Mülleimers begraben. Schniiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeefffffffffffffff

Eine viel zu kurze Zeit hat sie mich begleitet, nun wurde sie von der Schwerkraft unerbittlich dahingerafft und war durch keine Wiederbelebungsmaßnahme mehr zu retten. Vergeblich der Griff nach dem Keramikkleber, umsonst das Zusammenklauben der orange-weißen Scherben, jede Notfallmaßnahme kam zu spät! Zerschmettert ruht ihr sonniger Keramikkörper jetzt im schnöden Plastikeimer, niedergeschmettert wie ihre Besitzerin.

Untröstlich die Hinterbliebene, fassungslos ob der Tücke und der Hinterhältigkeit des Daseins. Im Ohr den Abgesang: Das Leben ist fies, gemein und ungerecht!

Seufzend und zähneklappernd der Grabgesang, unendlich und unerschöpflich das Fließen des Tränenmeeres, übertroffen nur von dem unstillbaren Mitteilungsdrang, der mich angesichts des schweren Verlustes überwältigt.

Lebe wohl, Du Begleiterin meiner Tage, die Du klaglos den Latte macchiato für mich bereithieltest, wie auch den Tee nicht verschmähtest, den ich aus Dir zu trinken pflegte. Unermüdlich, zu jeder Tages- und Nachtzeit warst Du mir zu Diensten. Ertrugst Hitze, Kälte, lauwarme Milch und eine Besitzerin, die sich oft erst Deiner erinnerte, wenn das Getränk in Dir schon unter Umgebungstemperatur gefallen war. Nun, da Dein wunderbar geformter Körper, der sich so ideal in meine Hände schmiegte, in tausend Stücke gesprungen ist, werde ich in tiefer Trauer Deiner gedenken, wohl wissend, dass eine wie Du nicht so leicht zu ersetzen ist.

So zeige ich Dich hier zum letzten Mal in Deiner unvergleichlichen Pracht, damit Du nicht so schnell in Vergessenheit gerätst. Friede Deinen Scherben. 💀

Lieblingstasse bis April 2015

>>>>>>>>>>>>>>><<<<<<<<<<<<<<<


So stand es heute vor genau zwei Jahren in meinem Facebook-Account. Gäbe es dort nicht die Funktion "An diesem Tag", wäre der Beitrag irgendwo in den unendlichen Weiten des Facebook-Archivs verschollen.

Warum ich ihn jetzt im Blog veröffentliche? Weil mir danach ist! Weil der Beitrag auf FB nur für Freunde sichtbar ist und ich es schade finde, dass er nach dem heutigen Tag wieder der Vergessenheit anheimfallen würde.

Dieser Monat verlief nicht ganz so wie erhofft, was man zweifelsohne an der niedrigen Artikelzahl merkt und die Aufsätze in meiner mentalen Warteschlange scharren derweil ungeduldig mit den Hufen. Dabei wird der nächste Monat voraussichtlich ziemlich ereignisreich.

Jammern hilft nicht, mich selbst niedermachen ist ungesund und überhaupt ist es besser etwas zu tun, als zu unterlassen. In diesem Fall zumindest.

Mein erster absolvierter Physiotherapie-Termin weckt die Hoffnung auf weniger Schmerzen und damit die Aussicht auf steigende Energie. Der anschließende Friseurbesuch verschaffte mir wieder eine passable Frisur, was wiederum ausgesprochen förderlich für das eigene Selbstwertgefühl ist.

Kurzum, ich sehe Licht am Ende des Tunnels und deshalb gibt es heute etwas, was mir selbst ein breites Grinsen beschert hat.

Nicht immer lässt sich für etwas Zerbrochenes leicht Ersatz finden. Das Finden der neuen Tasse dauerte bestimmt ein ganzes Jahr, trotz allem bleibt es ein Gebrauchsgegenstand.

So manches jedoch, was wir verlieren, weil es unvermutet bricht, ist unersetzlich und hinterlässt ein immerwährendes Gefühl des schmerzlichen Verlusts.

Jetzt hätte ich beinahe vergessen, ein Bild der neuen Lieblingstasse zu zeigen.

Diesmal hat die Tasse sogar ein Muster. Schwarz-weiß natürlich, denn bunte Blumen liebe ich zwar in der Natur, aber meine Tassen bevorzuge ich eher schlicht. Eine Tasse mit Blumen in schwarz-weiß, das war der Kompromiss, den ich auf der Suche nach einem neuen Liebling eingehen musste. Ein gelungener Kompromiss, wie ich finde.

Lieblingstasse 2017

Schwarz-weiße Grüße

Ariana



© Fotos & Text by Ariana Lazar 25/04/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Donnerstag, 30. März 2017

Aktuelles Schönwetter-Intermezzo

Wilde Tulpen am Straßenrand

Das Wetter


Zugegeben, schön ist das Wetter heute nicht. Das Heute ist grau, trübe und regnerisch, wie mir meine Augen vermitteln, wenn ich den Blick Richtung Fenster schweifen lasse.

Vor zwei Tagen sah das unleugbar anders aus, denn die Sonne strahlte von einem klaren, blauen Himmel und es trieb mich tatsächlich hinaus.


Vor dem Vergnügen


"Schnell alles Notwendige einpacken und los!" So der Plan. Hahaha!

Die einzig passende Hose war reif für die Mülltonne. Zu meiner Überraschung passte mir immerhin eine alte Hose, die vor zwei, drei Jahren, als "zu eng" irgendwo ganz unten im Schrank gelandet war.

Soweit prima, aber mir beim Laufen immer auf die Säume zu treten, fand ich wahrhaftig suboptimal.

Nein, ich bin nicht geschrumpft, auch wenn meine Kinder das frecherweise behaupten würden, ich mag nur keine Schuhe mit Absätzen mehr!

Also galt es herauszufinden, von wie vielen Zentimetern Saum ich mich verabschieden musste. Es waren vier. Ausmessen, abstecken und per Hand säumen braucht schon einige Zeit und so wurde es wesentlich später, als ich ursprünglich beabsichtigt hatte.

Unschlüssig, ob ich tatsächlich noch fast eine Stunde Busfahrt auf mich nehmen sollte, änderte ich meine Meinung fast im Minutentakt und diskutierte mit mir selbst. Ich bin kein leichter Gegner! 😀

Stattgefundene Debatte in Kurzfassung


Ich
Ach, das lohnt sich ja gar nicht mehr! So eine lange Busfahrt und dann nur noch so wenig Zeit, die Sonne zu genießen.

Auch Ich
Aber das Wetter ist so schön und es ist richtig warm. Das wird mir guttun!


Ich
Oh nein! Bis ich im Park bin, ist es schon vier! Das lohnt sich kaum!

Auch Ich
Es lohnt sich doch! Dann läufst Du wenigstens und kannst, mit etwas Glück, ein paar schöne Bilder machen!


Ich
Der blöde Bus kommt aber nur alle 20 Minuten, und wenn ich Pech habe, ist der Anschlussbus schon weg, weil unterwegs Mal wieder Stau ist.

Auch Ich
Ach Du meine Güte! So spät ist kurz nach Vier ja schließlich auch nicht und eine Stunde ist eine Stunde!


Ich
So ein Riesenaufwand für eine Stunde Frischluft? Und dafür dann zwei Stunden mit dem Bus unterwegs? Oh näääh! Kein Bock!

Auch Ich *guckt auf der Wetterapp nach dem Zeitpunkt für den Sonnenuntergang*
Guck doch Mal! Die Sonne geht erst kurz nach Sieben unter, dann bleiben drei Stunden Park, bis es dunkel wird! *triumphierend*


Ich *überzeugt*
OK, dann jetzt aber schnell, der nächste Bus kommt in 12 Minuten!
 ............................................................................................................................

Obig wiedergegebenes Gespräch ist die stark vereinfachte Extrem-Kurzversion dessen, was sich in meinem Kopf abspielt. Diskussionen mit mir selbst können sich hinziehen. Lange. Schwankend zwischen Ja und Nein, kürze ich die Hosenbeine, stehe prüfend vor dem Spiegel, suche einen passenden Pullover und ein versteckt irgendwo sitzendes "Abwarte-Ich" seufzt zwischendurch genervt.

Das Ergebnis


Nachdem ich bereits mehr als reichlich geschrieben habe, folgen jetzt ohne weitere Umschweife und höchstens mit einigen sparsamen Erklärungen versehen, die Bilder des Tages.

Anstelle der Krokusse begrüßen mich diesmal gelbe Narzissen.
Gelbe Osterglocken inmitten unzähliger Blausterne
Sonne und Schatten auf meinem Weg
Verströmen einen wundervoll intensiven Duft, die Blüten der Großblütigen Abelie (Abelia xgrandiflora).

Großblütige Abelie (Abelia xgrandiflora) - Blüten
Großblütige Abelie (Abelia xgrandiflora) - Strauch
Suchbild mit Narzissen
Gefunden - gelbe und weiße Osterglocken

Bei Sonnenschein und 20 Grad Außentemperatur trieb es viele Menschen an die Luft. Die Plätze im Café am See waren gut besetzt und das laute Stimmengewirr der dort versammelten Menschen hallte weit durch die klare Luft.

Blick zum Café am See
Blick über den See
Mir war das Treiben zu laut und so nahm ich Zuflucht zu mehr Ruhe, die man auf den Nebenwegen eher findet.

Zigarettenpause am Wegesrand
Belvedere - Eine Nebelkrähe genießt die Aussicht aus dem Baumwipfel
Kugelige Knospen
Diese Birkengruppe erinnert mich an meine Kinder. Was gemeinsam gewachsen ist, strebt in verschiedene Richtungen, ohne den Kontakt zu verlieren. Ein schönes Sinnbild, für Eigenständigkeit und Zusammenhalt, wie ich finde.

Birkengruppe
Durchblick auf dem Weg zum "Gipfel"
Von dem Hügel, sitzend auf einer Bank, versank ich in die wundervolle Aussicht. Den Lärm hatte ich mit jedem Schritt hinauf weiter hinter mich gelassen. Sitzen, den warmen Wind im Gesicht spüren, die Landschaft mit den Augen trinkend. Dem Wind und den Vögeln zuhören. Pures SEIN. Genuss. Glücksmomente atmend.

Aussicht
Der Blick in den Baum über meinem Kopf.
Gewundene Wege
Eine einzelne blaue Glockenblume
Echte Schlüsselblume (Primula veris)
Vom Winter übrig geblieben - die roten Beeren des Gemeinen Schneeballs
Goldene Kugel im Sonnenlicht
Wer seine Sinne intensiv nutzt, braucht dringend eine Pause. Gekrönt mit einem Latte macchiato und, damit das gute Stück weiter wächst, beschäftigt. mit einer Häkelarbeit. Grafisch. Klar. Schnörkellos.

Handarbeiten und Latte macchiato in der Sonne. Herrlich!
Noch wird es kalt, sobald die Sonne im Untergehen begriffen ist. Meine dicke Jacke lag zu Hause, aber Bewegung wärmt und so nutzte ich die letzten Sonnenstrahlen für Bilder mit weicherem Licht.

Weißer Brückensteg
Schattenspiele
Rieisig, aber ungenießbar, das Eis mit Sahne in der Plastikwaffel
Kornelkirsche mit Himmelblau
Büten der Kornelkirsche
Abendstimmung
Das letzte Bild des Tages.
Sonnenglanz im Wasser

Es sollten nur ein paar Bilder werden. Etwas Aktuelles, damit die mentale Warteschlange nicht noch länger wird. Es ist mehr geworden, was wohl nicht nur an dem schönen Tag gelegen hat. Es ist meine Art, die Welt zu sehen. So viel Schönheit, so viele Details, da fällt es mir schwer, mich zu beschränken.

Das Schöne zu sehen, ist oft problematisch, weil wir uns auf das Negative konzentrieren. Die Berichterstattung in den Medien verstärkt diesen Effekt um ein Vielfaches.

Den Blick für das Schöne nicht zu verlieren, den Augenblick genießen, das sind die Dinge, die ein Leben lebenswert machen.

Ariana


© Fotos & Text by Ariana Lazar 30/03/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved

Dienstag, 28. März 2017

Meine Winter Rose - ein Adventskalender KAL von 2016

Winter Rose in der Sonne
Bereits seit Ende Januar fertig ist mein erster Adventskalenderschal, schönere Fotos habe ich jedoch erst im Februar machen können. Nach einer Anleitung hatte ich schon länger nicht mehr gestrickt.

Dies war das erste Mal, dass ich überhaupt an einem KAL (Knit along) teilgenommen habe, und zwar nur deshalb, weil ich im Voraus wusste, wie der fertige Schal aussehen würde. Ein Strickstück beginnen, von dem ich keine Ahnung habe, ob mir das Ergebnis gefallen wird, dafür ist mir meine Zeit schlicht zu schade. Ich will vorher wissen, ob mir das fertige Stück zusagt.

Das Design stammt von Susann Hajjar (unikatissima) , es gab Bilder des fertigen Schals und die Anleitung wurde ab dem 1. Dezember in kleinen, täglichen Happen bei Ravelry veröffentlicht. Mir gefiel das klare geometrische Design und einen schönen langen Schal in einem Ajourmuster, neudeutsch Lace genannt, fehlte noch in meinem Schrank.

Allerdings habe ich nicht am 1. Dezember angefangen, in der Zeit war ich mit anderen Dingen beschäftigt.

Angeschlagen habe ich dann am 13. des Monats mit Nadelstärke 4,5. Nachdem ich die ersten vier Teile gestrickt hatte, habe ich alles wieder aufgetrennt, da mir das Maschenbild überhaupt nicht gefallen hat. Es wurde extrem unregelmäßig und die Maschen rutschten dauernd von den Nadeln.

Ein kurzer Versuch mit Nadel Nr. 4,0 gefiel mir auch nicht.

Mit 3,5er-Nadeln habe ich erneut begonnen. Der Neuanfang hat sich gelohnt. Das Maschenbild wurde wesentlich gleichmäßiger und die Wolle rutschte nicht mehr so extrem.

Es hat dann doch länger gedauert, als angedacht, da ich mich vor und an den Feiertagen lieber den Vorbereitungen für das Fest und dann meiner Familie gewidmet habe.

Wenn das Muster nicht allzu aufwendig ist, nehme ich mein Strick- oder Häkelzeug gerne überallhin mit, wie sich unschwer auf den folgenden Bildern erkennen lässt.

Im Café
Neben dem Kamin
Das Muster meiner Winter Rose kommt auf dieser Aufnahme perfekt zur Geltung.

Unter Spannung
Im Februar habe ich den Schal endlich etwas besser in Szene setzen können. Schwierig ist und war jedes Mal das Einfangen der Farbe. Das sehr dunkle Weinrot der Wolle bekomme ich einfach nicht richtig dargestellt.

In voller Länge ist der Schal kaum zu fotografieren
Ein Blick aus der Nähe

Ein paar Notizen zu meinem eigenen Vergnügen:


Design: Lace Winter Rose von Susann Hajjar (unikatissima) 
Schwierigkeit: einfach, sofern man gut Strickschriften lesen kann und ein Lineal unter der gerade in Arbeit befindlichen Reihe legt. Außerdem habe ich am Ende jedes Mustersatzes einen andersfarbigen Faden als Markierung benutzt. 24 Maschen lassen sich schnell nachzählen und Fehler damit direkt korrigieren.
Garn: Regia Silk
Verbrauch gewogen: 207 g  bei 3 Mustersätzen, 2 Verlängerungen und je 4 Randmaschen
Nadelstärke: 3,5 mm
Arbeitszeit: ca. 55 Stunden, wobei ich die ca. 8 Stunden für den ersten Versuch nicht eingerechnet habe.
Größe vor dem Spannen: 37 x 165 cm
Größe nach dem Spannen: 45 x 182 cm

Fazit


Mein Winter Rose-Schal ist schön geworden und wurde bereits gebührend bewundert. Die Regia Silk trägt sich sehr angenehm und löst keinerlei Juckreiz bei mir aus. Es hat Spaß gemacht, nach den Weihnachtsgeschenken wieder etwas für mich zu stricken.




































© Fotos & Text by Ariana Lazar 28/03/2017

Alle Rechte vorbehalten >< All rights reserved